Nebraska Staats-Anzeiger. (Lincoln, Nebraska) 1880-1901, November 16, 1893, Image 11

Below is the OCR text representation for this newspapers page. It is also available as plain text as well as XML.

    Taste Kaffee.
m Um finjSjiiitn von Mt. JSlft,
A pr Tag und Nacht für acht
Wüleic er nur noct über wn einen
GedaZe nach, bi as dn firm Idee'
i schändlicher Plan sich entwickelte.
geh Jahre war c ungefähr her,
daß Jacaae FWunwi ein geboren
Mmseilln l junger, gänzlich unde.
kain Arzt, und ohne eine Eou in
seiner Tasche, in Pari seine Wohnfld
aufgeschlagen hatte, um in dem große,
oft oltl zu stürmisch schlagende .Her.
zen' Frankreich de Schatz seiner nicht
unbedeutend Kenntnisse in klingende
Münze umzusetzen mit einem Wort,
um ein reichn Manu zu werde. Aber
sein Geduld wurde aus eine ziemlich
harte Probe gestellt, und eö währte ein
geraum Zeit, bi er nur so viel v,r.
diente, um seine allernothmevdigste Be
darfrnfie befriedige in können, und
Kilte, Hunger und Entbehrungen aller
Art aren vorlaufig noch seme tagucoen
Besuchn.
Da sollt plötzlich sein Geschick ine
mdn Wendung nehmen. Fortuna ließ
ihm eine ihr Loose in de Schooß
fallen ei aoni besonder glückliche.
wie e schien, manda Flint, eine sehr
ermSaendk.allewstkbknd'Amnikantrin
isne Alt, hatte vor einigen Tage
mehrer Zimmer de kleine, billigen Ho
tel bttoaen. in welchem Doktor gleur
not wohnte. Nach kurzem Aufenthalt
tn ihrem neue Logt krankte fte plötz.
lich in ein Nacht, und man klopst Dr.
Fleurvoi au dem Schlafe. &c war
sehr geschickt und sehr klug, und Miß
Flint just so begehrlich, wie Alle ihre
Geildlelbt. die viia Jahre durch'
Leben geschritten sind. Dr. Fleurnoi
lädlte war ebn Jahre wenig al sie,
doch wa that die? Sie war im Stande,
den Unterschied durch hunderttausend
Dollar ausmaleichen. welch Summe
ß zu ihrer alleinigen Verfügung hatte,
da fte keinen einzigen ledenoe Ber,
wandten besaß.
Und so nfolareich warb dn Doktor,
daß Miß Amalia Flint sich nach einem
emaum von nur vier Wochen Madame
Jacaue Fleurnoi nennen konnte. Einen
Ratlos hatt r indessen w seinem Bräu
UaamSalück in Betracht zu ziehen voll'
ständig vergessen daß Miß Flint klug
war.
Er hatte gewünscht und auch gar
nicht Ändne nwartet durch die
Heiralh mit der schönen Amerikanerin in
de vollständigen Besitz ihre große
Vermögen zu gelangen; Amalia jedoch
batie. wenn sie auch unbesonnen und
heißblütig genug war, einen zehn Jahr
jüngeren Mann um (Satten zu nehmen.
einen sehr klaren, kalt überlegenden Kopf
für Geschäfts und GetSangetegendeilen.
Sie ließ sich ihr Eigenthum nicht au den
Händen nehmen, weder Capital noch Zin
im. und bewie sich nur in dem einen
Punkt großmüthig gegen ihre Gatten,
als sie ihm, für den Fall ihn früheren
Ableben, ihr ganze möge vn,
schrieb.
Sie sorgt für seine Behaglichkeit.
führte ein schöne Hau, richtet sich
gänzlich ach seinem Geschmack und b
willigt ihm ein ansehnliche Summ für
seine Prtvaigebrauch, ab weder
Schmeichelei och Wuth konnte sie dazu
bewege, ihm irgend emen Theil ihre
Besiöihum abzutreten. E hatte fast
de Anschein, al wüßte oder fühlt fte
tnftinkiio, daß allein ihr Vermögen der
Zauberftab war, mit dem sie sich da
Glück und de Frieden ihre häuslichen
Leben sichern konnte.
Er hatt sie ihre Gelde wegen gc
heirathet und bekam e nicht wenig
ften jetzt noch nicht.
Wie n sie dafür haßte! Bon Tag zu
Tag ward sie ihm unerträglich, und
immer mehr befestigte sich d teuftische
Gedanke in seinem Gehirn, sie au der
Welt zu schaffen und sich in den Besitz
de Reichthum zu fetzen. Den fein
Groll war ein um fo tiefn, al im
Laufe der Jahre eine wichtige wiffen
ichsjiliche Entdeckung gemacht zu haben
glaubte, die nur vermittelst ein größe,
ren. dazu erforderlichen Geldsumme in
recht Weife genutzt werden konnte.
Ab wie solche beschaffen? Alle seine
Uberredungkunst, seine Vorstellungen,
Bitten, ja selbst Drohungen scheiterten
n ihrem Widerstände. Mme. FleurnoiS
war selbst einmal arm gewesen und hatte
sich gelobt, daß, soweit e in ihren Kräf
icn stand, das bitlere Brod der Armuth
ihren Lippen nicht mehr nahen sollte.
Ihr Geld war in sicheren Instituten
nd i guten Papinen angelegt, und so
sollte e bleiben. Wenn er tn seine
Drohungen fortsetze wolle, so wurde sie
alSdann erziehen, in ihr Geburtsland
zuiückzukehre und ihn seinen Speku
lattonkn zu überlassen. Ein schöne
Hau und ein behagliche Leben, wie sie
e hab, sollte ihn zum Wenigsten zu
einem höflichen Benehmen veranlassen.
und sie möcht ihm rathen, ein solche
ibr gegenüber z dewahren.
Obgleich solche Rede nicht verfehlten,
Ihren schaffen Stachel in de Doktor
Brutt zurückzulassen, war doch klug
genug, ein Aussöhnung mit seiner
ffrau nicht allzu sehr evtgeqenzuarbeiten.
Eine Fahrt durch da Bois de Bon
lagne, ein kleine, süperbe Diner im
Cafe Anglai und allen Anschein
ach war der Frieden im Fleurnoischen
Haushalt wied hergestellt.
Doch in der Seele de Gatte wogten
cüt Stürme gewaltsam niedergehaltener
Leidenschaft. Seine wissenschaftliche
Erfindung beherrschte alle seine Gedan,
ken, und n lechzte nach dem Gelde, des;
fra er zur Auösührung sein Ideen
bedürfte, wie in hungrige Thin nach
einem Knochen lechzt. Wenn doch nur
sein Weib zur Vernunft gebracht nden
konnte oder dahin zu sterben! Die
Verfügung in ihrem Ehekontrakt sich
ten ihm ja für den Fall ihre Tote ihr
ganze Lnmögen zu.
Inmitten diese Shekampse brach die
Cholera in Land. Mit unheilvoller
Schnelligkeit ging sie übn alle Städte
Europa, erreichte Marseille und wurde
schon in Havre vermuthet. Doch trotz
de düster Schatten d sich nähern
de Epidemie brütete Dr. Fleur
voi nur übn dem eine Gedanken, der
jetzt vollständig von ihm Besitz genom
me, hatte, wie er sich seine Frau am
sicherste entledigen könne. Gift, dachte
n, und zwar ein Gift, da keine Spu.
ren an dn Leiche hinterläßt, sollte ihm
zu seinem lange ersehnten Ziele n
helfen.
El gab ja gewisse mineralische Sifte,
deren Wirkungen und Symptome genau
de AnfangSftadien der Cholera gleichen,
und e konnte wohl vorkommen, daß in
Eholerazeiten ein durch ein solche Gift
bewirkt Mord unbeargwohnt aulge,
führt wird.
Run hatte inen Entschluß gefaßt,
Ich schäm mich sagte n zu sein
Frau, .daß ich nicht schon srüh daran
gedacht habe. Ich bin ein geboren
Marseille? und al solch pflichtet,
meiner Vaterstadt mein Dienste zur
Vnsügung zu stellen. Die Epidemie
greift dort mit rasend Geschwindigkeit
um sich, e fehlt bereit an Anzten, und
ein dringend Aufruf ppellirt an alle
irgend entbehrliche Pariser Aerzte
um Beistand in dn schreckliche Roth.
Du wirft selbstverständlich hin biet
ben '
.Hin bleiben. Jacque ich?" rief
Madame FleurnoiS überrascht. .Ge
wiß nicht! Ich werde mit Dir gehen!
E muß doch Jemand für Dein Essen,
Deine B'quemlichkeit sorgen, damit bei
dem mühsamen Werk Deine Gesundheit
nicht leidet. Mein Platz ist an Dein
Seite. Die Angelegenheit ist somit
ledigt. denke ich.'
Da war e, a Dr. FleurnoiS ie
abftchtigt hatt, und woraus seinen
Plan ausbaute.
Nach kurzem Widerspruch muhte
ihr Recht geben, daß Reinlichkeit und
gute Pflege die besten Schutzmittel gegen
die euche waren, und da ein vernunt,
tig und besonnen denkende und han
delnde Weib dem Arzt unter den ge
gebenen Umstände nur von Nutzen sein
könne.
Zwei Tage später befand sich Dr,
FleurnoiS nebst Gattin tn einem behag
iichen Logi im gesundesten und lustig
ste Theile von Marseille. Eine kräf
tige, rundarmiae Magd verrichtete die
giöbn Arbeit de kleinen Hauhalt
Weder Jaque Fleurnoi noch seine Frau
schiene die Ansteckung zu fürchten, und
in ununterbrochenem häuslichen Frieden
schwanden ihnen tn der xenntuuten,
schmutzige Stadt sech Wochen eifrigen
Schaffen dahin. Dann begann die
Epidemie nachzulassen, die Fälle vermin,
derten sich, die Sterblichkeit sank au
ein Minimalftuf hinab, und Frau Dr
Fleurnoi saßt schon ein baldige Rück,
kehr nach Part in' Auge.
Madame Fleurnoi war eine Mor,
gen nach dem Markt gegangen, um
Blumen einzukaufen, blieb indessen so
ungewöhnlich lange au, daß dn Doktor
endlich ungeduldig an der Klwgelschnur
riß uud dem eintretenden Dienstmädchen
befahl, da Frühstück aufzutragen. Er
wäre hungrig und durstig und nicht
willen, och länger aus feinen Kaffee
zu warte.
Thatsächlich hatt , ohne die jedoch
zu sagen, vom Fenft au seine Frau
über die Straße kommen sehe und au
dem Grunde Toinette so angetrieben.
und während diese jetzt noch einmal nach
der Küche eilte, etwa Vergessene her
beizuholen, schüttete der Doktor haftig
den Inhalt eine kleine weißen Papin,
da er au seiner Tasche gezogen hatte,
zwischen den schon tn d Tasse feiner
Fra befindlichen Zuck.
.Du mußt halb verhungert sein,
rief sie au, .und e war ganz gescheidt,
daß Du da Frühstück bestellt haft, Du
Arm: aber da ist unten an d Treppe
em Bote au dem Hospital, der Dich
gern sprechen möchte."
und der Doktor rointe tau, wie er
so ger gewollt hätte, sein Frau den
von ihm zubereitete Kaffee reichen, son
der war verpflichtet, sich zu erhebe und
zu höre, wai der Wann von ihm
wünschte. Während d Zeit entledigte
sich Madame FleurnoiS ihr Blumen,
ihre Hute und goß in beide Tassen
Kaffee ein. Dabei streifte ihr Blick mit
dem Instinkt einer vorsorglichen Haus
frau die Tasse ihre Gattln. Da
schwamm etwa Schwarze in der ein
gegossene Flüssigkeit, irgend ein Insekt,
da sie jedenfalls von ihren Rosen ge
schüttelt hatte, und da jetzt hilflos in
dem dampfende Kaffee herumkrabbelte.
Sie nahm eine Theelöffel, fischte eS
herau, goß aber bei dn Gelegenheit fo
viel Kaffe in die Untertasse, daß ihr der
Morgenimbiß u och viel unappe
titlicher erschien.
.Da ist doch irklich zu arg! Welche
Uebnschmemmung ich da angerichtet
habe! Und Jacque hat e viel zu eilig,
um ihm erst noch eine frische Tasse Kaff
aufzubrühen. Ach, fo geht eS ja! Sie
machte sich nicht so viel au dem bischen
Kaffee in dn Untertasse und au dem
kleinen Infekt, ihr Man war i solchen
Dinge viel peinlicher.
Sie tauschte die Tassen um, trank
ihren Kaffee au und war eben damit
beschäftigt, ihrem Gatten eine frische
Omelette auf feinen Teller zu lege, al
dieser mit ein haftigen Entschuldigung
wieder eintrat, mit einem Schluck feine
Tasse leerte und gleich daraus mit einem
verstörten Blick auf die leer Tasse seiner
Frau u dem Zimmer hinauSftürmt.
Frische Fälle wären auögebrochen; sie
solle nicht mit dem Mittagesse auf ihn
warte! rief er noch von dn Thür aus
zurück. ,
Sie blieb noch eine kurze Zeit allein
im Zimmn, räumte und ordnete die
und jene in dem traulichen kleinen Ge
mach zurecht und begab sich dann nach
dn Küche, vm eine kräftige Suxxe für
Jacque zuzubereiten; denn n schien ihr
nicht ganz wohl zu sei und einer stör
kende Brühe wohl zu bedürfen. Wie
geifterbleich n aussah, al n fortging,
dn Aermfte!
Und den ganzen Tag hindurch spukte
seine wilde Auge und entstellte Ge
stchtkzüge in ihrem Gedächtnisse herum
und triebe sie raftlo hin und her.
E wurde sech. sieben, acht Uhr
dn Abend ging vorüb Mitternacht
kam heran, und immer noch stand der
Tisch mit seinen duftende Blumen,
seinen appetitlich eingerichtete Speisen
nbnührt da und harrte de Herrn, der
nicht scheinen wollte. Endlich, al
schon dn Morgen graute, wurde laut an
der Schelle gezogen und ein Bote vom
Polizeipräfekten kündete dn schrecken,
blassen Madame Fleurnoi an, daß ihr
Gatte ie wied heimkehren wnde. Der
Doktor sei todt, von der Seuche dahin
gerafft, die n bieh so tapfer und auf
opfernd bekämpft hatte. Sie hätten, den
sanitären Gesetzen gemäß, nicht nach ihr
schicke können, und nicht einmal auf seine
Leiche durfte ste Anspruch machen.
.Ein Held und Märtyrer', fügte der
Beamte hinzu, .der in selbstlosn Hin
!abe für die leidende Menschheit seinen
eider zu frühe Tod fand.
Und bi zur Stunde betraunt Ma
dame Fleurnoi ihren Gatten al .Held
und Märtyrer', und zeigt mit Stolz die
Ehrenmedaille, die man ihr in Aaer
kennung seinn unschätzbaren Vndienste
und al Zeichen der Hochachtung und
Theilnahme für sie zugesandt, und welche
in dem zinltcken Wohnzimmn in ihrer
kleinen Villa in New England hängt, zu
welch sie gleich nach dem Tode ihre
Manne wieder zurückgekehrt war.
Sie hat Alle vergessen, bi auf die
kurze Selbstlosigkeit und Aufopsung in
dem beftgeftraften Marseille, und wird
glücklicherweise bi zum Ende ihre Le
ben niemals darüber aufgeklärt werden,
wie nahe st selbst am Rande dc Grabe
stand, da ihr .Held' mit eigener Hand
für fte aufgeworfen, und wie nur ein
Zufall in Insekt in einer Tasse Kaffee
ste au den Händen emes Ber,
brecher rettete, der sich unwissentlich die
Schlinge um den eigenen Hai gezogen
hatte.
twas vom Meeresgrunde.
Die Betrachtung der Tiefen der Meere
bietet mancherlei interessante Ausschlüsse
Würde da Meeresnioeau um 1000 Far
den (1828 tief sein, so müßte sich die
Breite de Atlantischen und de Stillen
Ocean nicht allein bedeutend vermin
dern, sondern es träte dann auch ring
um drn Südpol in ganz Afrika an
Größe übertreffende Festland zu Tage,
während Nordamerika mit Europa durch
Grönland und Island, und mit Asien
in d Gegend der BehringSstraß durch
weite Landflächen, die in Binnenmeer in
der Größe de Mittelländischen ein
schließen würden, in unmittelbare Land,
Verbindung käme. Bei einer Senkung
der Me um 2000 gaden würden ften
Australien, Südamerika und Afrika mit
einem noch bedeutend vergrößerten an
tarktische Festlande zusammenhängen
und die Bassin de Atlantischen, dek
Stille und de Indischen Ocean von
einander getrennt werden. Fern müßte
ftch der Atlantische Ocean von Island
nach Süden bis in die Breite de Cap
der Guten Hoffnung durch einen schma
len Landrücken tn zwei Bassin zerthei
ken, während der Stille Ocean in ähn,
lich Weis zwischen dem Norden von
Ehile und Ostindien in eine größne
nördliche und eine kleinere südliche Hälft
znsiele. Auch jetzt würden die Meere
ab noch die Halste der Erdkugel be
decke. Erst bet weiterer Senkung um
noch einmal 1000 Faden würden die
Oceane als solche verschwinden und durch
eine groß See im nördlichen Stillen
Weltmeer, durch in klein im süd
lichin Atlantischen Me und durch
verschiedene Wasserbecken zwischen Ame,
rika und Afrika ersetzt werden. Daö
Meer ist verhältnismäßig seicht zwischen
Neufundland und Irland und seinen
Boden bezeichnet man alS das teleara
xyt che Plateau", weil verschiedene un-
terseeische Kabel darauf ruhen. D
größte Theil des Mittelländischen Mee-
re ist über 1600 Met tief, doch schon
bei ein Senkung seine Spiegel um
44 Met wurde es bet der trage von
Gibraltar abgeschlossen werden und durch
einen Landrücken zwischen Sizilien und
der Küste von Tunis in zwei Becken zer.
fallen.
Könnte mau den Boden des Ailanii,
schen OzeanS trocken legen, fo würde er
ftch alS ungeheure schwach wellenförmige
Ebene darstellen und einen schmalen
Landrücken in d Mitte zeige. Ein
anderer Landrücke verbände sich dann.
von jenem ausgehend, mit der jetzige
Nordostküfte von Südamerika. Der
Atlantische Ocean zerfällt also in der
Tiefe tn drei große (übrigens abgelo
thete) Becken. Der Kamm der erwähn
ten Seeplateau liegt nur 3200 Meter
unter der Oberfläche, während die tiefsten
Punkte bi 600 Meter hinabreichen.
Jene Plateaus scheinen auf Tausende
von Kilometern bedeckt mit weißlichen
kleinen Muscheln, die tiefen Stellen da
gegen scheinen in rölhlich Färbung
und bestreut mit vulkanischen und me
teorischen Trümmern, sowie mit Ske,
letttheilen von Walen, Haifischen und
anderen Seeungeheuern. In d fchwei
genden, dunklen Wassertiefe, wo nur
phoöphoreSjirende Thiere schwaches Licht
breite, giebt e ein Pflanzenleben
gar nicht und auch da Thierleben ist sehr
dürftig und auf oerhSltnißmäßig wenige
eigenartig Gattungen beschränkt, die in
frühnen geologischen Epochen wohl auch
an d M:e:eloberftäch heimisch gerne
se sei mögen, jetzt aber nur selten in
den obne MeneSströmungen anzetrof
fen wnde.
raptz,tvtsche.
Er war sieben! Buchhalt bei einer
d größten Speditionsfirmen Nord
deutschland, zweiter Liebhaber in der
Privattheatergesellschaft .Goldn Ha.
ken', und enragirter Graphologe.
Au der Schrift Ine Mensche allein
glaubte er mit absolutester Siönheit
aus di geistigen Eigenschaften desselben
schließen zu können, n freilich selbst
hatte sich diese wunderbare Fähigkeit der
Eharaktniftik noch nicht angeeignet, wohl
ab sein Freund, dn geprüfter.Professor
der Giaphologie' war.
Hätte derselbe ihm au dn Schrift
eine verurteilten Raubmörder nach
gewiesen, daß dessen Schriftzllge aus
sanften und liebenswürdigen Charakter
deuteten, er hätt auf dessen Unschuld
Gift genommen.
Doch zur Sache!
Wie all Sterbliche einmal im Leben
eine Dummheit begehen, so that n e
auch, verliebte sich nämlich sterblich in
di reizende Tochter einer nwittweten
Kanzleträihin
Jda, so hieß seine Angebetet, galt
allgemein al reizende und bescheidene
Wesen und auch n theilte diese An
ficht, abn er hatte ja auch kein Beweise
dafür, n kannte ja ihr Handschrift noch
nicht.
Bald glückte e ihm. Eingang in die
nwiUwete KanzleirathsfamiUe zu sin
den und mit wahren ArguSaugen fpähte
n überall umher, ob er nicht ein paar
Zeilen vo fein Geliebten entdecken
könnte. Abn vergeblich.
Da kam ihm in rettend Gedanke.
Man saß eine Abend bei in
selbstgebackenen Sandtorte und ließ die
Kauwerkzeuge kräftig spielen, denn der
Kuchen war vorzüglich. .Jda,' sagte
da plötzlich uns Verliebt, .könntest
Du mir nicht da Recept für diese
Sandtorte aufschreiben? Mein Mama
möcht sie auch sogern backe.'
.Gewiß, Geliebter.' betyeunte Jda,
.morgen haft Du eS,' und drückte einen
Kuß auf feine schnunbartumrankte Lip
xen.
Am nächste Tag hielt in
der jauchzenden Hand da Recept mit
der Schrift von ihr. Augenblicklich
sandte er e an seine Professor, natür
lich incognito.
Zwei Tage später erhielt n gegen eine
Postnachnahme von fünf Mark die Ant
wort. Kaum hatte er jedoch Inen Blick
in den Brief gethan, al zurück tau
melte und dinkuöstüimte zu thr.
Er fand sie nicht, sondern nur ihre
Mutter.
Verzeihen Sie meine Aufregung"
begann n, ,,abn lesen Sie selbst. Jda
ist hier steht e eine zu Haß. Zänk,
lichkeit und Bosheit angelegt Person
die spitzen Ecken ihr Schristzug deu
ten darauf hin; sie ist fern arrogant,
putzsüchtig und nschmeudttisch hin
die schleife am Schluß de emen Wortes
besagt eS "
Wohn wiffen Sie da?" fragte
Frau Kanzleträihin ernst.
Hin au d Schrift diese Re
cept.'
.Entschuldigen Sie, diese Recept habe
ich selbst geschrieben!' rief zürnt die
Schwiegnmama'. also ich bin '
Doch schon war er weit zur Thür hin
au, um an der frischen Luft übn die
schädlichen Folgen dn Graphologie nach
zuftnnen.
Der Mensch kann Sifle.
Der Herzog von Crequi hatte al Ge
sandln Ludwigs XIV. dem Protektor
von England, Oliver Eromwell, sem Br
glaubiaunllö Schreiben in einn z diesem
Zwe anberaumten offentltche Audienz
feierlichst übergebe und war nun nicht
wenig betroffen, al ihm der Machthaber.
kaum daß er die Aufschrift de Kreditor
gelesen, den Rücken kehrte und gnade so
that, al ob kein französisch Gesandter
im Staate wäre. Erequt 8 Betroffen
heil mich alsbald dem heftigsten Zorne
über diese unwürdige Behandlung, uad
gewiß hatte er am liebste sofort eine
Erklärung der ihm angethane Schmach
gefordert, allein mrschiedene Nuckftchten
bestimmten ihn, sich dirsfall zu beschei
den und behus Auskunft überhaupt nicht
Eromwell, sonder den Staatssekretär
lturlow anzugehen.
Dieser zuckte die Achseln. .Ich weiß
wirklich nicht, wa meinen Herrn und
Gebieter so lehr erzürnt haben mag,'
sagte . .Vielleicht ist e die Aufschrift
de Briefe gewesen.'
,Oho ', erwiederte Crequi, diese
usschrtst kann Niemanden zürnen,
den sie lautet: .An Seine Durchlauch
tigfte Hoheit Oliver, Lord Protektor von
England, Schottland und Irland.' Ist
da etwa nicht genug?'
O.Jch glaude nicht," versetzte Turlow.
eine Hoheit haben möglicherweise eine
kürzere, aber schmeichelhaft Anrede
Seiten dn Majestät von Frankreich er
wartet.'
.Und dies wäre?'
.Vielleicht: .An Unseren theueren
Bruder Oliver, LordProtektor.'
Crequi wußte genug und bnichtete
hinüber nach Paris. Dort erregte die
Nachricht in Hofkreisen große Mißbe
hagen und Ludwig XIV. änßnte sich
dem StaatSministcr Mazarin gegenüber,
könne einen solchen Menschen, wie
Olivn Cromwell, unmöglich seinen Bru
dn nennen.
Dn Minister abn lächelte. .Ire,
der Mensch kann alle,' sagte n dann.
Sie werden, ja Sie muffe sogar diesen
Cromwell Ihren Bai nennen, wenn
Sie dadurch da von ihm erhalten, wa
Sie wünschen.'
Dn damall noch sehr junge Ludwig
ließ ftch die gesagt sein, und Euqii er
hielt da Kreditiv mit der .angedeute
ten' Aufschrift, worauf n von Crom,
well zum zweiten Male empfangen und
mit Artigkeiten aller Akt überschüttet
wurde. So spielen die Menschen seit je
Komödie mit einander.
Die iktdiekscht",
der Drang der junge Leute nach den ge
lehrten Buflarten, wird häufig al
ein befonde Zeichen unser Zeit ange
führt. E war ad auch in früheren
Zeiten nicht andn, und auch damals gab
e gar viele, di nicht der Wissensdurft
auf die Unionsititen führte, sondern die
Eitelkeit. Zu Anfang unsere Jahr
hundert schrieb dn onftftorialrath Löt
ger in Weimar ine Broschüre über die,
ie Thema und die Mittel, mit denen
dn Studiersucht Unberufen zu begeg
ven wär.
Im 14. Jahrhundert wurde von der
Unwerfität zu Pari ein Streitfrage
aufgeworfen, an dnen Lösung sich nur
di Graduirten beteiligen durften, und
dabei gaben fast 10,000 Personen ihre
Stimm ab. Im Iah 1340 soll e
nach Spead' Chronik vo England in
Oxford 30,000 Studirend gegeben
?,aben ein Zahl, die wohl übertrieben
ein wird, abn doch für den außordent
lich lebhaften Besuch dieser Anstalt
spricht. Aehnliche wird von den be
rühmten italienische Unionfttiten be
richtet di Chronik der Schule von
Bologna verzeichnet zum Beispiel für da
Jahr 1262 nahe an 10,000 Studenten.
Diese Angabe dürfen al Beweis dafür
genügen, daß auch unsere Borfahre be
reit eifrig nach den Ehren der Gelehr
samkeit strebten.
tsAhrttcheretzreiser.
Guillaume FrangoiS Roulle (gest.
1770), d würdige Vorarbeiter Laool
sier'S bet dn Reform der chemischen
Wissenschaft, zeignete sich nebe anderen
Eigenheiten auch durch einen Lehreifer
aus, den selbst die zahllosen Konflikte
nicht abschwächten, in die er dadurch
einnseitS mit seinen Borgefetzten wegen
de übermäßigen Verbrauchs koftspieli
fcr Chemikalien und anderseits mit
einen Schülern wegen ungebührlich
Ausdehnung der Lehrstunden sich ver
wickelte.
Eine Tage jedoch hätte ihm dieser
zügellose Eis beinahe da Handmerk
für immer gelegt. Er war im chemischen
Laboratorium de Pflanzengarten zu
Pari und Novelle vor etwa 200 Zu,
Hörern mit der Darstellung irgend eine
leicht erplodirenden Präparat beschäf
tigt.
.Meine Herren', sagte er dabei, in
dem n fort und fort die schmelzend,
Masse umrührte. .Sie sehen diesen
Kessel über dem Kohlenbecken hier? So
bald ich jetzt nur einen Augenblick mit
dem Umrühren aufhören wollte, würde
die ganze Geschichte erplodiren und wir
sammt und sondn tn die ust fliegen,
Gebe Sie nur gefälligst Acht.'
Und unglaublich, abn wahr Rou
elle ließ thatsächlich den Rührftab ruhe
Im nächste Moment erschütterte in
donnerahnliche Krachen da ganze Ge
bände. Kessel und Becken wurden in den
Grund geschmettert, die Fensterscheiben
flogen in Splitter, und die entsetzten
Zuhörer stürzten schreckensbleich in den
Garten hinaus, fest überzeugt, daß der
Professor feine Tollheit mit dem Leben
habe büße müssen. Wunderbarer Weife
jedoch war Novelle nur zu Boden ge
schleudert, sonst abn nicht beschädigt
worden, und sich aufraffend sprach er
nun einen bnühmten Satz au, der feit
dem in Frankreich zum geflügelten Wort
geworden ist: .Et, et, da war ja ganz
hübsch aber wir wollen'S doch nicht
wieder machen!'
rautwerdung.
Eine eigene Art von Brautwerbung
besitzen die tschulyanischen Tartaren.
Hat ein Mädchen auf da Herz eine
Jüngling Eindruck gemacht, so begiebt
er ftch tt einer neue chinesischen Thon
pfeife, die wohl gestopft ist, in da Hau
sein Angebeteten, legt die Pfeife auf
den Tisch und entfernt sich wieder, ohne
seine Werbung anzubringen. Nach einn
Viertelstunde kehrt er zurück ! findet er
seine Pfeife angeraucht, so ist da MSd,
chen geneigt, im anderen Falle verliert er
kem Wort, um keine ab chtsgige Antwort
zu erhalten.
Ausnutzung.
Aber, Herr Pimpnl, wa fällt Ihnen
denn ein, bet die er Kalte noch zu dsden?
Ja minen S , ich via mit meinem
Abonnement noch nicht fertig !'
Stoßseufzer eines Sonntagsjägers.
.Wie ist e nur möglich, bag e früher
Völker gab, die nur von der Jagd
lebten!'
wshlwollender Vorschlag.
Polizist: .Halt! Weöhalb schlagen
Sie diesen Mann?'
Hnr: .Er hat zu mir gesagt: Sie
dicke Rindvieh!'
Polizist: Ja, da nützen ber Prü
gel doch nichts, da müssen Sie eine Ent
kttungsrur durchmachen.
Gutes Mittel.
"Gattin: .Wie könnte man sich denn
n langweiligen Menschen abwimmeln,
ohne beleidigend zu wden?'
Gatte: .Ganz emsach: wenn er das
nächste Mal kommt, werde ich ihm das
Kind zu halten geben.'
Schneller Erfolg.
Kunde. .Drei Mark kostet das Haar
lirir? DaS ist ja haarsträubend.'
Berkäufn: Ra, sehe Siel'
Naiv.
Student: .Mein Fräulein, darf ich
Sie in' Geschäft begleiten?'
Fräulein: .Bedaur, mein Piinzixal
duldet da nicht.'
Student: .Ach, sage Sie ihm. ich sei
Ihr Bruder.'
Fräulein: .Abn da fällt doch auf.
wenn ich so oft mit einem osder Bruder
komme.'
Entweder der.
.Wa ist denn da plötzlich für ein
:
Lärm im Wilthbhau d'rkben wa
muß den da lo fein?'
B: .Ach, da lasse sie gewiß wieder
Einen leben oder st bringe Einen
uml'
fassender Nebenberuf.
Bngführn: .Meine Herren, wir
kommen jetzt an ine äußerst gefährliche
Stelle; hin müssen Sie sehr vorsichtig
sein, da hin schon wiederholt Leute adge,
stürzt sind. Ich benütze diesen Anlaß.
Ihnen hin meine Prospekt vorher zur
Durchficht zu übergebe denn ich bin
auch nebenbei Agent einer Lcbenkversiche
rung, Gesellschaft !'
Vegreisiicd.
Gnädige: .Da wird immer schöner,
Kathi! Nun haben Sie gar z w i S o l
baten in die Küche mitgebracht I'
Köchin: .Gnädige Frau, die Zwei
kann man n)cht so mir nicht dir nicht
auöeinandnreißen ; da sind Z m i I
lingibrüder!'
Boshast.
Dame (zu einem häßlichen alten Fräu
lein): .Fahren Sie den nicht mehr in
Ihr wunderschönen Equipage au, da
ich Sie nie damit fahre sehe?'
Fräulein: .Ach. e ist zu langweilig,
immer allein zu einem Fenster hinauSzu
sehen!'
Dame: .So heirathen Sie doch, dann
könnte Ihr Mann zur ander' Wa
genseite hinaussehen.'
Falsche Vorstellung.
Er: .Da schreibt mir mein Freund,
der Sepp, daß e ihm so gut auf dem
Land gefällt er meint, er wär' im
Himmel!'
Sie: .Ist seine Frau auch bei ihm?'
Er: .Du hast einen netten Begriff
vom Himmel!'
lvidersxruch.
Bräutigam: .Ich heirathe!.. Eigent
lich ist'S eine Vernunft heiralh!'
Bekannt: .Wie viel hat Deine
Braut?'
Bräutigam: 3000 Mark!'
Bekannter: ,BloS?I Wieunver,
nünftigl'
letzter Ausweg.
Gatte: .Du, Liefe, mir scheint, wenn
ich einmal ein freundlich Gesicht
von Dir sehen will, muß ich rein mit
Dir zum Photograph gehen !
ver Jurist im wirihshan.
Ein Referendar kommt spät in'
Gasthaus und findet auf der Speisekarte
säst HU rtfftriArn Wnrnmihn!! fnnf
I , O I 1 T'7 ' ""
, .di reinste Gericht eritn!'
lögen gestraft.
Diurnift: He Direktor, ich bitte um
eine kleine Gehaltserhöhung; mit dem
mageren Verdienst ist e mir unmöglich
länger auszukommen.
Director: Daß ich ein Narr wäre!
Wie reimt sich mit dem mögen Gehalt
der thalgroße Fettfleck in Ihrem Rock
hier zusammen?
In der höheren löchterschnle.
Professor: Nach den Beobachtungen
de Astronomen Perrotin finden auf dem
Planeten War großartige Umwälzungen
von Festland und Wasser ftatt. Seit
1886 ist ein ganz Continent über,
fluthet.'
Backfisch: .Sollen wir da auch unse
ren Eltern sagen, Herr Professor, daß
Sie mied bereit sind, Gaben für die
armen Ueberschwemmtcn entgegeozuneh,
men?'
Eigenthümlich.
A: Henen Se. Sie sein wobt nickk
au hiesig Gegend?'
B: .Nein, ich bin aus Oftpreußen.'
A: .I, wag Se sage, da sein Se
auch wohl Ich au Berne?'
: .Rein!'
A: .I, henen Se. da lg Sie aber
een merkwürdiges Zusammentreffen, ich
bin Sie nämlich auch nich au Berne.'
variirte Redensart.
.Ab Mensch, ie kann Du nur
Deiner Wirtbin sagen, der Kaffee hl mit
und stark' Das ist ja Wasser auf ihre
Ijeemugiei-
Sicherster Beweis.
Herr: .Du bürste meine SUihrr ,'n
letzter Zeit ganz mifnabel ab, Johann!'
wiener: ,Av, gnä' Hnr l'
öerr: .Sieb' mal htr. feit s,:.
Pfennigstück fand ich diesen Morgen noch
mein tca0)t i
Eine Entschuldigung,
ftritsdben fium neutn fSntiftrit- si!
j - 2' . w tv
ehcn ja aus wie ein Affe!'
Mutter: J&ie ,kr,:
Herr Doctor, ab da, Kind ar gestern
im zoologischen Garten.' ,
Zweck der Nase.
D Lehr klärt die fünf Kinn,
Er sagt, daß wir die Ohre haben zum
öören. die Auaen .um iVn unh fmnt
dann da Peterle: .Wozu haben wir die
Nase?'
Peterle antwortet vsiisia: .Ab m,r f
, . ., i-
butze kann!'
t