Nebraska Staats-Anzeiger. (Lincoln, Nebraska) 1880-1901, June 22, 1893, Image 11

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    Dii Balletteuse.
J o n l'i a t i ( ! 1 1 u t e i.
JJrau Lieutenant Siebet! war schlechter
Laune daS erste Mal seil ihre? skchS
wScheiilliche Ehe. In ihrem jungen
Haushalte ging AlleS verkehrt. ES
schien, als wenn mit einem Mal da lln
leiste zu Oberst gekehrt morden wöre.
Zuerst hatte der Herr Lieutenant die Zeit
verschlafen und urnr mit einein Himmel
kreuzdonnerwetter" ohne Kaffee aus
dem Hanse gestürzt. Da,, halte die
Köchin die Thürc deS Papageienbauers
ausgelassen und Papchen war durch das
offene Fenster enlschlüxst. Trotzig aus
geblasen hatte es sich aus einen Ast der
großen Linde geflüchtet und zum Gau,
dium der Schuljugend und anderer
Passanten in anerkennensmerlher Ab
vcchselung Spitzbube", Allda" und
Guten Morgen, Herr Fischer" gerufen.
Mit einem Ausmand von Schmeichel'.
morlen sich später als salsch erweisen
den Vorspiegelungen von Zucker und
Rosinen war es Frau Alida unter Thrä
nen der Angst und Auslegung gelungen,
des AuSreißerS wieder habhast zu wer
den.
Sie hatte ihrem llnniuth in einer
Flulh von Vorwürfen in der Küche Lust
gemacht, was zur Folge hatte, daß die
Küchensee in ganz impertinenter respekls
widiiger Weise aufkündigte und sofort
ihren Entlassungsschein verlangte. Zum
Ueberfllijj mar noch die Ordonnanz
erschienen, um das Dienstbuch des Hcrn
Lieutenants abzuholen, welches erst nach
einer halbe Stunde sieberhaslen
Suchen? an seinem richtigen und sehr
in die Augen fallendem Platze ausgefun
den wurde.
Guten Morgen, Herr Fischer be
grüßte Papchen seine Gebieterin, die
ilch noch echaussirt anschicken wollte, in
dem Zimmer ihres Gatten Staub zu
wische.
grau Alida seufzte. Wie gern hätte
auch sie Guten Morgen, Fischer"
vielleicht auch Herr Fischer" gesagt.
Aber Fischer war krank und eben tag
war die ganze Kalamität.
Fischer war im Besonderen der Bursche
des Herrn Lieutenants, im Allgemeinen
aber die Seele des ganzen Hauses.
Er sorgte auch unter Anderem für die
Pünktlichkeit seines Herrn im Dienst,
sür Papchen leibliches Wohl und für
die gute Laune der Köchin.
Lor einigen Tagen hatte der neue
Braune seines Herrn beim Slriegeln
hinten ausgeschlagen, wobei Fischer mit
einem sehr blauen Auge davongekommen
war, was eine Uebersührung ins Lazarelh
zur Folge Halle. Wie es in grau Nlida's
Hausstand ohne Fischer ging oder besser
nicht ging, haben wir bereits ersahren
noch ganz abgesehen von dessen Stell
Vertreter, der unter anderen Kunststücken
die ganze Wohnung unter Wasier setzte,
weil er vergaß, den Leitungshahn n dr
Badestube zu schließen.
Frau Alida begann mechanisch die un
gemohle Arbeit, die sonst Fischer ver
richtete. Erst kam der Gewehrschrank
an die Reihe, den ste äußerst vorsichtig
behandelte, dann die übrigen Möbel, zu
letzt der Schreibtisch.
Obenaus stand ihr Bild. Frau Alida
besah eS kritischen Blickes. ES war ent
schieden unmodern. Der Kleiderrock war
zu weit, die Aermel nicht hoch genug,
und ihre jetzige Haarfrisur kleidete sie
ungleich vcrlheilhaster.
AIs Pendant hatte ihr Bild eine Pho.
tograxhie der Parzen von Thumann.
Die RLHme paisen zusammen," hatte
Fischer gemeint, und Frau Allda Halle
sich seinem Arrangement gefügt. Ins
Decoriren is mir Keiner über," pflegte
er bei solchen Gelegenheiten zu versichern.
Auf der Tischplalle lag die Rang- und
Ouartierliste, ein militärisches Werk und
einige Hefte einer SportSzeitung. Die
Schubfächer waren verschlossen. Doch
ein ein? mar offen.
Neugierig stöberte die junge Frau
zwischen den darin besindlichen Papieren
herum. Es maren Karten und Pläne.
Di hinten in der Ecke aber hall,
aa) mar das ? ! Ein Bild! grau
Alida traute ihren Augen nicht die
funkelnagelneue Photographie einer
Balletteuse ! War es denn nien'ehn
mZglich und in dem verrorgenslen
Wmkel seines Schieibtischss! Warum
steckte er das Bild nicht in das Album,
atlcheS schon viele Primadonnen vom!
Theater und Balle: enthielt und frei und
öffentlich auf dem T'ich lag ? grau
Alida fand ntchtS Um echtes dabei. Sie
hielt derlei Kram bei ihrem Adalbert seit
seiner Perheirathung für einen Überwun
denen Standpunkt. Und nun ?
Frau Allda sank wie vernichtet in den
Arbeitifeffel ihres Gatten und blickte
starr auf die stramme Tochter Terpstcho
ren, die ihren Tituskorf fast gan, hinter
einem riesigen Fächer erbarg, so daß nur
ein paar lachcnök Augen unler lem krau-!
fen Lockenhaar hervorlugten. j
Also der Herr Gemahl hatte Geheim-'
nisie. j
grau Alida lachte kramp'hi'I auf,
ma Papchen veranlaßte, gleich'alls in
ein lustiges Gelächter auszubrechin. !
Spitzbube", t:r!e er hinterher,!
Alida Guten Morgen, Herr Fl-
scher.
Ja, Tpitzbibe", äjite AI, da unter!
hervorbreibenden Thränen. , D er armen
Alida stahl er ihr Heri, um ti mit
Füßen !u treten. Aber arte nur. Du ;
ehrvergessener Don Juan, ich komme
hinter D eine Schliche. Wenn nur eri
Fischer wieder da wäre er mißte deich-
ken, denn vor ihm hatte Herr Alalbert
kein Geheimniß." j
Doch klang is? nicht wie Sporen
geklirr aus der Tierve? TerHerr Lieutc
nan! k.'hrte von 'einer k ''tübung bei.
Scheel! verbarg Zlita die ommö'e Pho-,
kogramm und rrnchle ni) an Pärchens
Bauer zu schaben. ,
Morgen, Adelchen," tönte gleich
iaiauf eine wohlbekannte Stimme an
ihr Ohr,
Die junge Frau rührte sich nicht.
R.inii?!" machte der Herr Lieutenant
und war mit einigen Schulle a Alida'S
Seile. Schmollst Du etwa, Kleine,
von wegen des DoniierwellerS von heute
Morgen?" fragte er neckend, DS
traf doch nicht mein herziges Weibchen,
sondern den Tölpel von einem Burschen,
der lich-nichl geweckt halle. Aber laß
nur, Kind, es ging schon mal ohne
Kassie, Ich hab' nachher gut geflüh
stückt." Das merk' ich," erwiderte Frau Alida
inaliliös und wehrte energisch die Lied
kosungen ihres Galten ab.
Hör' mal, Adelaide, den Ton ver
bitt' ich mir," brauste der gekiänkte
Lieutenant aus. Du denkst doch nicht
e!wa, , , ,"
Ich denke LieleS und weiß noch
mehr," replizirte Frau Alida mit oibri
render Stimme,
Na, das kann ja noch ganz hübsch
werben," lachte Adalber! sarkastisch.
Unser Honigmoiid scheint stark im Ab
nehmen begriffen zu sein. Por allen
Dingen möchte ich aber bitten, Dich deut
licher as,2krücke, ich habe absolut kein
Talent, Räthsel zu lösen.
statt der Antwort zuckte grau Alida
geringschätzig mit den Achseln, was
ihren Gatten i:i eine förmliche Wulh
versetzte.
Rede! Was weißt Du von mir?"
herrschte er sie an. Er war hart an Alida
heiangctrelen, die entsetzt einige Schritte
iurückvich.
Spitzbub! Spitzbub!'' schimpfte Pap
chen, welcher seine Herrin in Bed'.ängniß
sah.
Hall Deinen Schnabel, nieder
trächtiges Sieh!" pollerie der erzürnte
Hausherr und schlug mit dem Taschen
luche nachdem kreischenden Vogel.
Das Thier hat Recht, Du suhlst
Dich getroffen", rief jetzt Frau Alida
im höchsten Parorismus, Du hast mir
mein Herz gestohlen, um es treulos mit
Füßen zu treten."
Ich möchte gefälligst um mein Dienst
buch bitten, die gnädige Frau meinten,
der Herr Lieutenant hallen es eingeschlos
fen", ließ sich plötzlich die Slimrne der
Köchin an der Thüre vernehmen.
In demselben Augenblick erklang
heftiges Pfcrdegetrappel und Adalbert
trat, nichts EuleS ahnend, an das Fen
ster. Da gingen sie hin der neue
Braune und die Schimmelstute. Sie
hatten das Paddock durchbrochen und
rasten zum offenen Hofthor hinaus.
Himmelkreuzdonnerwetterl Ist denn
hier der Teufel los?" schrie Herr Lieu
tenant Siebert und stürzte nach der Thür,
hinter welcher eben die Köchin mit einem
freudigen Ausschrei verschwand. ,
,,AuI" ries er zurückweichend, denn
er war eben mit Jemand zusammen
gerannt. ,,Aengstigen Sie sich nicht, Herr
Lieutenant, sie kehren schon wieder um.
Melde mir jehorsamü als revierkrank
aus'm Lazarett) zurück."
Guien Morgen, Herr Fischer",
jauchzte Papchen.
Ja, rS war wirklich, Fischer, der da
respektvoll grinsend kerzengerade an der
Thür stand, Papchen hatte ihn den
ncch, trog der den schmucken Burschen
ganz entstellenden Kopsbinte, sofort er
kannt. Gott sei Dank!" rief der Lieutenant
freudig überrascht, daß ich endlich mal
wieder einen vernünsligen Menschen zu
Gesicht bekomme. Seit Ihrer Abivesen
heit ist bei uns die Hölle mit allen Teu
sein IoS. Vielleicht gelingt es Ihnen,
wieder Ordnung und Frieden im Hause
zu schaffen. Fangen Sie in der Küche
an. Sorgen Sie im Besonderen dafür,
daß die Donna czxitulirt, und trinken
Sie beim Frühstück ein Glas aus ein
baldiges Friedensbündniß im Allze
meinen." Fischer wollte mit einem Zu Besehl,
Herr Lieulenanl!" verschwinden, wurde
aber durch seine Herrin an seinem Vor
haben gehindert.
Fischer. Sie bleiben!" herrichte die
sonst so gütige Tame den Burschen an.
Sie rühmten sich," suhr sie :;es eirö
ibend mit vor Au'regnng zitternder
Stimm! sort, in meiner Brautzeit mir
Ossiziere zum Andenken abnehmen.
Wenn mir der Braune nicht so schimpft,!
hätte, würde jnäd'ge Frau die Aehnlich
keit jewiß selber finden."
Frau Alida war nach diesem inHalls
schweren Vortrage Fischer'S wie vernich
let. Wie Schuppen siel eS ihr vo den
Augen. Diese compaeie Taille, die
großen Füße und Hände konnlen keinon
weiblichen Wesen angehören, geschweige
denn einer Tänzerin. Und die lachenden
Augen! die hallen ihr immer an dem in
lelligenlen Burschen gesallen. Ja, ja,
die Eisersucht hatte sie blind gemacht.
Wie schmählich hatte sie ihren geliebten
Adalbert verdächtigt noch dazu in
Gegenwart eines Fremden. Nein,
Fischer war kein Fremder, sondern
ihr und ihres Galten lreu ergebener
Diener und gewiffcrmaßen die, aller
dings unschuldige, Ursache der Kata
strophe. Können Sie schweigen, Fischer?"
fragte sie, ganz zerknirscht.
Ein Jrab ist eine alte Klatschbase
jejen meine Verschwiegenheit, jnädige
Frau," belheuerle Fischer und legte die
Hand auss Herz.
Ich dinke Ihnen," sagte die kleine
Fiau gerührt und reichte dem Burschen
die Hrnd. Wir sprechen uns noch
später,"
Oho," siel ihr der Lieutenant in die
Rede, Jetzt kommt die Reihe an mich,
aus Fischer eisersüchtig zu werden,
Rechts um kehrt! Marsch! Hinaus in
die Küche!"
Fischer gehorchte.
Guten Morgen, Herr Fischer!" eom-
plimentirte ihn Papchen hinaus. Dann
brach er in ein kreischendes Gelächter
aus, ES war eigentlich nicht zum
Lachen, was sich vor PapchenS Augen
abspielte, aber er fand augenscheinlich
bei diesem Bilde nicht die paffenden
Worte.
grau Alida hing krampfhaft schluch
zend am Halse ihres Gatten, der sie mit
liebliioll ernsten Worten zu beruhigen
suchte.
Weißt Du, Herzchen," ries Adal
bert lustig, um der Rührung, die sich
auch seiner bemächtigt halte, ein Ende
zu machen, ich lasse die Balletteuse
einrahmen und stelle sie aus meinen
Schreibtisch zur Erinnerung und als
Wahrzeichen an unseren ersten Zwist, der
hoffentlich der letzte bleiben wird!"
Et Riesenscheusal.
Welche Reptilien - Ungeheuer viele
Theile unserer Erie bevölkerten und dem
Menschen vielleicht Hunderte von Jahr
lausenden vorausgegangen sind, davon
liefert uns der in den Felsengebirgen
Nordamerikas gefundene Schädel des
gigantischen Ceratoxndac einen neuen
Beweis. Der geologische Horizont die
ser seltsameu Reptilien beschränkt sich
auf die obere Kreidesormation in einer
bis jetzt bekannten Länge von 800 Mei
len an der Westseite der Felsengebirge,
Diese ganze Region ist durch Ueberbleib
sel genannter Reptilien gekennzeichnet,
daher die solche bergende Erdschicht füg
lich das Ceratopsidien Lager heißen
könnte.
Der Schädel des Triceratoxs, der be
kanntesten SpezieS dieser Familie von
Reptilien-llngeheuern, ist von vielfach
merkwürdiger Beschaffenheit, Erstens
einmal übertrifft dessen Größe bei den
größeren Individuen jene aller bis jetzt
entdeckten lebenden oder ausgestorbenen
Liindlhiere und steht nur dem Schädel
einiger Walsischarten nach. Der Schä
bei, wenn vollständig, was- der vor
gesunden nicht war, muß aber acht Fuß
lang gewesen sein, und die Schädel an
derer in derselben Region gefundener
Eremplare weisen dieselbe mittlere Größe
aus.
Ein anderes sehr auffallendes Merk
mal an diesen Schädeln ist die Armatur
oder Bewaffnung. Solche bestand in
einem sehr scharfen Schnabel, einem
großen Horn auf der Naie, einem Paar
lehr lang zugespitzter Höiner aus dem
Kopfe und eine Ruhe scharfer stachelarti
ger Borsten auf dem Hinterkoxs, im
Beckinan wohl Talent zu allen möglichen
Dummheiten, nicht aber zum Komödie
spielen habe, ,
Nun Iias es sich, daß der damals hoch
gefeierte eiste Komiker des Beilincr Kö
nigstädter Theaters, Spitzidei, der Vater
der nochmals so berüchtigt gewordenen
Gründerin der Dachauer Bank, zu einem
mehrmaligen Gastspiel nach Breolau
kam, Spitzeder mar zwar a!S Komiker
sehr geschätzt, eisreute sich jedoch um sei
uer außerordentlichen Dünkelhasligkeii
willen als Mensch durchaus keiner Siim
pathieen. Eine der eisten Rollen in
welchen Spitzeder in Bieslau anslral,
war der Liborius" in Angely's längst
vergessener Posse- Die Reise ans ge
meinschastliche Kosten, " Fiitz Beckinan
war im zweiten Akt dieses Stückes die
Rolle eines Kellners übertragen, der
indessen kein Wort zu sprechen, sonder
nur einige Teller auf einen Tisch zu
setzen halte. Während nun Fritz Beck
man dieser schwierigen Obliegenheit
nachkam, hielt Liborius-Spitzeder gerade
einen längeren Monolog, wobei er
eine bei ihm sehr häusige, sogenannte
Nuance" mit außerordentlich gra
vitätischen Gesten aus einer großen,
silbernen Tabaksdose eine Prise nahm.
Plötzlich trat von hinten Fritz Beck-
mann an den nichiS ahnenden Künstler
heran, arm in die Tabaksdo e hinein und
nahm sich gleichzeitig eine Prise, Der
Zorn Spitzeder' über diese Fiechheit des
dummen Choristen war surchtbar, er
warf dem armen Teusel einen Blick zu,
als wollte er ihn zerschmettern. Fritz
Beckmann ließ sich aber keineswegs ein
schüchtern, mit unsagbar komischer Ge-
berde platzte er heraus: Entschuldigen
Ew. Gnaden, es war nur aus dem
Deckel!" Run hatte Fritz Beckmann im
Publikum die Lacher aus seiner Seite,
er erzielte mit seinem kecken Ertemxore
einen ungeheuren Erfolg; selbst Direktor
Wohlbrück apxlaudirle in seiner Loge
aus'S Lebhasteste. Jetzt hatte Beckmann
in BreSIau gewonnenes Spiel, er erhielt
größere und größere Rollen und war in
kurzer Zeit unter der trefflichen Anlei
tung Wohlbrück's der Liebling des Ares
lauer Publikums. Sehr bald siedelte
Beckmann dann nach Wien über, woselbst
er sich gleichfalls die Gunst deS Publi
kums im Fluge erwarb und durch mehr
als 2 Jahrzehnte festzuhalten wußte.
Vine Schtliche Uederraschung.
Als der Verlagsbuchhändler Campe in
Hamburg das Manuskript von Anastastus
Grün's Schutt" und Sxaziergänge
eines Wiener Poeten erhalten hatte,
blätterte er darin, zuckte die Achseln und
legte es bei Seite, allein nach einiger
yu daran gemahnt, bat er einen litera
rischen Freund, doch einmal zu sehen,
was an dem Zeug sei",
ES war spät Abends, der Freund la
die Gedichte sogleich, und als er fertig
war, lief er in die schauenburqer Ga t:
eS war zwei Uhr Nachts, ganz Hamburg
schnarchte und Eampe ebenfalls; der
Freund aber donnerte an die Hausthür
und rief auS LeibeSrraslen : iamxe!
Kämpe!"
Der Alte meinle AnsangS, er träume,
bald aber ermunterte er ich.
Eairxe ! Campe!" ries es von der
Straße herauf. Mit der weißen Nach
müge auf dem Kopfe cilte der Gerufene
beztürzl ans Fenster : WaS ist IoS?
fragte er.
Gott, Eampe, wS bist Du für ein
Esel!" rie' eS unten.
Was?"
Ja wohl, e:n Büffel bist D.i!"
Aber warum denn?"
Das siamee! sraa! noch ! Weil Du
die Gedichte von Grün nicht schon ror
inem Jahre gedrackl hast! "
itininnhsr flT"eI Tirtä ? rWr" f.i'rt
Hl.. i......u., v y,. v. "', i olQt nicht wirkungsvoll er denken kann. I
Geheimnisse vor Ihnen hat,!. Kciinena diese Ausrüstung den Kops be-j
ii mir IrtHfi myr rnä :'i i . . . .
wi hui h.ii, wn. , hPrrlfM In hUitwtfl l) rÄHH
I grau Alida hielt dem röllig verblüff- ,.!?. !
!
ZleuerkiirtositSlen
Zliionderliche Sleuern wuiden früher
in Deutschland gezahlt. Die seltsamste
von allen war die Jungsernsteuer. Jede
Junoirau, die daß wichtige Mahr Zwan
i,g erreicht hatte, mußte, bis es ihr ge-
lunqen mar, unter die Hauve zu kommen,
Nacken (und das Rückgrat enilanat. die 1 oder ö' sie das vierzigste Jahr erreich!
ebenfalls nebst dem Schnabel aus einer ! halle, jährlich l Thaler an den Staats
Hornsubüanz von großer Kraft und ! nskuS erlezen ! Praktischer wäre es ge,
eiserner Festigkeit bestanden, so daß die ! gewiß gewesen, eine Junggesellensteuer
zanie Äimatur eine Angriffs-und Ver- einzuführen, die auch in mehreren deut
Iheidizungsoaffe bildete, wie man sich scher, Ländern bestanden hat, in Eoburg
sogar erst ,n auerneueiter .elt m Megsall
gekommen ist. Für die Damen war eine
gonlangensteuer" erfunden, welche Die
jeniqen, so einen Kopfputz trugen, mit 1
Der Schädel felbii war keilsörmia, Tbaler jährlich entrichten mußten. In
besonders von oben gesehen war der vor-! Köln und Lüitich gab es eine Zeit lang
dere Theil sehr eng und in die Länge ge- eine genimsteuer. Die 'Prinzessinnen
zogen. In der Stirnregion war dersteuer trug im dreizehnten Jahrhiindert
Schädel d,ck und sehr nark, um den ! in Mecklenburg Z0,0v Thaler ein. Die
massiven langen Hörnern, welche gleich-' Heiraihslieenzen brachten um das Jahr
ten Fische? daS Bild der Ballelense unter
die Augen.
Mit wachsendem Erstaunen hatte der
Lieutenant daS merkwürdige Gebähten
seiner Gemahlin wahrgenommen. Mit
einem Sprunge war er hinter sei
nem Burschen, und last gleichzeitig ,, v..n rr,lr,,n,n ,' (,,,. !
brachen beide in ein schallendes Gelächter i j,,, bm nöthigen jalt zu gewähren,
aui-.,, .... , . ! Die oben erwähnten langen, stachelarti
izischei s-iite , ich zuerst, ich kerzen-, , , h',m .simf,, -fnf .m fira
gerade ausrichtend und d,e Hände an die , räubenden Borsten haben jedenfalls ! alück aeicheden war. das Bein ,u brechen
Ho ennay, gelegt, metke.e er, ,u e- beigetragen, den grausigen Anblick dieses sie soll ahrel7-,z in Gebrauch geweser
,,. . i"u'a ö.a, . .... ! ulmeltlichen llngethüms zu erhöhen.
? ,W wrvi n.1 Ijiiui ' ' J 17
Frau im höchsten Zorn. Wie können
Sie sich unterstehen, mir in dieser Weise
zu antworten?"
Ich läge r-,e ayibeit, antwortete
175 in Bauern lahruch an 150,000
Gulden ein. Geschichtlich nicht ganz
unanfechtbar ist d,e Beinbiuchsteuer, di,
ein Reichsgraf erhob, als ihm das Un-
Zluf der Wtesc.
i'a-: enb an, Wieleiniin,
t'iei ich iazo lane.
'iii"u,ei i'll'eiidschii
ciuni um die tiaiige
lUmirnfii die i'liu fii'iNiiiii,
S d) a " i onj; am 'iUu"e:ihuia.
,u'iilu1i'8 --t'h'niielfm
rieblichii lustiuie.
Eanlkliidir .'liieiibuiiiib
Kill i itcrid)nt'bni
djineidieln mein inu iiejdjiymb
t'ii'Iin lind hil'eii.
,rii,iell die t-.iieien'Iii,,
Wie er diiriiber iichr,
iaiiel e Ins und Im!)
vSUieut iiiid beten.
Tai iil ein einden
iniii 'JMäiti'n, und t:tUm,
on ('tami ein 'Jiuteii,
oti Halmen ein iufni,
i.fin schaukeln und ichmimeiii,
iin Wfitiseln und ,lmimmi,
t'iii vitiKln und ,'liaiiichen,
l'in i''iiiiclaiiche,i,
in Plaiidkiii imb ,vliiiien
wie ooii ("((chiuinem.
i'fit ivcbmieirtii kolen
sie schlanken clabioien,
unuffii Nch im tÄiidc
T ie Wikc und die Winde.
13 beugt lich die Kamille
.ni diiiieiidkii t-an,llk,
cha'qaibe neig, die Bolden
Zur ?oiieiblme golden,
tm Heirgoiibioichen loifni
Tie bliiiien Wiesenglivten,
Dill dem gelben töwenvihn
Plaiidett le,S der Zliymia,
Bin dem iiiebliiinchen iprichl
fraulich di, -iiergiiimeiiinichi,
Äe uub iich wohlbekannt,
'juichbatöktnbev, dliiiSvenvandi.
Mir auch seid ,! rooblbefoiuii,
Ziigkiidirkiiitde, mohli'kimandi,
chlichie Rinder der -,l!aiiir,
Blumen ani des fories ivliit,
Seil ich eiiin als Knabe tltut
Waiidelie am Wieiemain,
Reichlei mir bis an die j'rnst,
VI He biach ich euch mit vini,
faji die kleine Kindeihand
Kaum den vollen inoiiF innspaniil,
Minen im Plinneiiielt
Vieg ich und fchane
iloiväris ms Wieiensild,
i'liiiwails ins lane,
Mfinfioanä m alle .Seit,
.'Ich wie so weil so weil,
Ä'iS in der Kiiideirvell
v'iildeiic Äne, K, ('.
Sie Zwillinge,
Der Gras v, Ligneoille und der Gras
v. Autrieourt, dir um daS Jahr 1700
lebten, waren Zwillingsbrüder auS einem
alten lothringischen Hause. Sie sahen
einander so ähnlich, daß sie, wenn sie sich
gleich gekleidet hatten, nicht von einander
zu unterscheiden waren. Beide waren
Chevaurlegers-Riltmeister, und wenn der
Eine sich an die Spitze der Eskadron des
Anderen setzte, gewahrte keiner der Un
lergebenen, daß es nicht der Rechte war.
Autricourl hatte einst einen bösen Rechts
streit, in welchem seine Gegner die Be
sugniß erlangten, ihn verhaften zu
lassen. Ligneville ging seinem Bruder
nicht von der Seile, und die Besorgniß,
sie möchlcn den Unrechten ergreifen lassen,
bestimmte die Gegner, von ihrer Befug
niß keinen Gebrauch zu machin. Einst
li!ß Ligneville sich den Bart scheeren.
Als eine Seite geschoren war, ging er in
ein Nebenzimmer. Autrieourt zog Jenes
Schlafrock an, nahm die Serviette vor,
ging hinaus und setzte sich vor dem
Barbier nieder. Dieser glaubte es mit
einem Spuk zu lhun zu haben, schlug
ein Kreuz und emsivh eiligst aus dem
Zimmer. Zu dergleichen Scherzen gab
ihre merkwürdige Aehnlichkeit ost Per,
anlassung.
siraiienschäljuiin.
Bei den Kaffern wechselt der Preis
sür eine Frau von sünf bis zu dreißig
Kühen. Die Tamara's sind bescheide
ner, bei ihnen gilt schon eine Kuh als
hinreichender Entaelt für eine Frau,
Bei einigen anderen schwarzen Stämmen
genügt daiiir auch eine Ziege. Der
billigste Markt sür Frauen scheint indeß
der zu Uganda zu sein, denn hier bot
ein Vater seine Tochter einem Reisenden
für ein paar Stiefeln an. In Turkestan
beginnt jede Verlobung mit der Zahlung
einer je nach den Verhältnissen bemesse
nen Prämie an die Eltern der Erwählten.
Schlägt diese den Bewerber aus, so sind
die Eltern nur dann verpflichtet, die er
haltene Summe zurückzuzahlen, wenn sie
nicht im Stande sind, im Austausch gegen
die gewünschie Tochter eine Schwester
derselben anzubieten. Der Freier muß
hierin willigen, und man berichtet, daß
deshalb die Ehen in Turkestan nicht min
der glücklich seien und Scheidungen nur
sehr selten vorkämen.
sein.
Vom HaarfSrden,
Ebenso wie die falschen Haare,
so ist
Zürkiscde eprüchwörter.
Sprich einmal, denke zweimal.
WaS du nicht verstehst, darein mische
dich nicht.
Die Welt gleich! einer Trexre, die ei-
nen steigen hinaus, die anderen herab.
Ein großer Kopf hat großes Weh.
Wer zuviel spricht, dessen Herz ist nicht
gesund.
Viele Ameisen todten einen Löwen.
Ei!,,) mlcM,
Junge Brauti Und nun, da mir ver
lobt sind, sage mir, mein Iieder Hm
Randolph, wie "
Der neugebackene Verlobte: Was,
mein liebe Kind?"
Junge Braut: Wie Du eigentlich
mit Vornamen heißt?"
i,"!'iic ffodestiirebt.
Ihr Geld oder Ihr Leben ! " rief ein
Slraßenräuber einem einsamen Wande
rer zu, mit einein Revolver ans ihn
zielend.
Schießen Sie nur gelrost zu," anl
worleie der Aiigerusene lnkoniich, ich
bin Mitglied des Selbslinoideinb!, ! "
Der N'etlernnicher.
Bauer i I möcht' a Baromeler!"
Optiker: Hier, koste! zwei Mark,"
Bauer: Scheen, Und ii zcigcn'S
mir aa, wag ich 'S mache mnaß, daß eS
regne! I"
Druckfelileilenfel,
Gestern trasen die gerienkolonislen
wieder hier ein. Mil sikudeslriihlende,,
Augen und gesunden, siischen Wanzen
kehrte sie zu ihren Elle, zniück.
21ns einer Ian!wirllchafllichei, Ilee-e.
Meine Heue, ich kann Ihnen den
Kuhmist nicht arm genug an'S Herz
legen. Sie werden sich bei reichlicher
Anwendung desselben äußerst wohl siih
Icn." Tiauriges öiiistoiii,
Ja, ja, i fxür's, daß i alt weid'!
Früher da war mir'S ein Leicht ö, sechs
Lebermürst hinter einander zu veischlin
gen jetzt hingegen muß i' schon ein
Schüssel Sauerkraut dazu essen,"
zehn
Auch ei Andenken.
A: Pumpen Sie mir doch
Mark."
B.i Versetzen Sie doch Ihren
Diamantring,"
21.: DaS kann ich nicht, der Ring ist
ein Andenken von meiner seligen Tarne,"
B,: So? Ra, mein Geld ist ein
Andenken von meiiiün seligen Vater."
?tiinrnl,
Kleiderniacherin: Das Kleid flut
vortrefflich ! Ja, ja, ich mache den besten
Schnitt."
Dame (die Rechnung betrachtend):
Ja, das sehe ich !"
r kenn! sie,
Du Himmel, das ist eine källe heule,
daß Einem die Zähne klappern!"
So nimm sie doch heraus!"
?chlau,
Lehrer: Nachdem ich Euch die wesent
lichsten Steinforlen genannt habe, will
ich sehen, ob Du auch hübsch aufgepaßt
hast.
Fritz, nenne mir also einen Stein,"
Fritz (nach längerem Schweigen):
Schornstein."
Natiirhistoriiches.
Zum Beginne des großen Ausstat
tungSstückeS Südafrika" stickt der Sta,
tist Burger schon in der Haut eines
Löwen, als der Jnspiiient vom Schnür
boden herabrust: Ist der Burgerda?
Er soll mir noch geschwind einen'halben
Liter Bier holen !"
Burger: I kann öl!"
Jnspicienl: Warum nichl?"
Bürger: Weil i a Viech bin!"
Gerechtet Zweifel,
Spitzbube (beim Aussüllen einer Zähl
karie): Da soll ich nun mein Gewerbe
angeben. Sechsmal habe ich eingebro
chen und sechsmal aus dem Gesängniß
ausgebrochm. Schreibe ich da Einbre
cher oder Ausbrecher?"
B mibl
Mama: Es ist Zeit zum Schlafen
gehen, Gleichen. Geh' zur Liselle, gieb
ihr einen Kuß und sage ihr, sie möge
Dich zu Bette bringen,"
Gretchen: Rein, Mamachen, küssen
thu' ich die Lisetle nicht, denn wenn man
ihr einen Kuß giebt, schlägt sie. Gestern
hat Papa sür einen Kuß auch eine Ohr
feige von ihr bekommen,"
vas Iverldrollsie,
Räuber: Liefere Deine Habe aus,
oder Du biii ein Kind deS Todes!"
Kandwerksbunebe: Zr,enn ner-.
leicht mit eener Prise verlieb nehmen
woll'n, meine autelten Herr Raiber
sonst hab' ich nischt Werthvolles!"
Ttt erste erfolg.
Wie Fritz Beckmann, der unvergeßliche
TarstellerdeS Eckensteher Rante Z trumpf, auch das Färben der Haare schon alt.
Fischer im int-g!iir:m Tone, ,Trr Herr und langjährige Liebling des Berliner wie folgendes Ereigmß beweist, das zur
Lieutenant kennen es befugen. " ! IbealerpublikumS, Carriere machte, dar- Zeit deS pelrronnenichen Krieges iich
Der Herr Lieutenant 'chü"e!:e sich noch über geht uns von einen: Mitarbeiter ab'pieite. Von der Jwel KeoS kam
immer vor Lachen und ließ sich rufend j untere BlalteS die folgende interessante ein '! einG'andler n.rch Zrarta. Da er.
in seinen Arbei!?''essi! fallen, Miiiheilunz zu: Fritz Beckmann war ein , 'ich seiner grauen Haare iämte, hatte er '
Jawchl, Fischer, ich bezeuge Alle?," ! geborener Breslauer und begann seine ne geiärdt. So trat er in die Vetfamm
Zchite er. iich die Zeiten halte:-.?. Tas theatralische Lausbahn als Chorist am.Iunz der -partaner und hielt eine lange i
ist -,a au-Zgeze:chnil. Schießen ie nur 1 S:adtkheaier seiner Vaterstadt. Der . Rede, um die Zuhörer zu seinen Ennsten !
Leiter des BreStauer tuieniempets war , zu ttimniin, aum ane er aeenrei. l
-,",-!: br hrrümtr R rtrnif.r V 'h'.hr7 ' 1 N,1''d t-r K"'Z Ät ckndeMtis auf und '
Schu!
öi'nöerbai.
tath tder aus einer ländlichen
JnspeelionSieise mehrere Dorlschullehrer !
tüchtig echend im Wirthshaus antrifft):
Sonderbar! Früher waren unsere
Lehrer immer hungrig, und jetzt.!
seit wir sie aufgebessert haben, find
sie immer d u r st i g '." !
lur,t' die Blume.
Sie: Du, Emil, ich habe mir von
der Mutier zu meinem Geburtstag einen
giuqei gewuniazil'
Er: Einen Flügel! Dann wünsch'
ich mir zwei!"
Unoank ist !er N'cl, iibn.
Onkel: , Denken Sie sich, da laß' ich
meinen Reffen im Gesang unterrichten
und wag thut er mir um Dank: er sinai
mir immer seine Lieder vor!"
htete.
IoS."
Und Fiicher ber
Vor ,?utem war, w t .i gnZ?:,i-:
Frau gewiß nrch trn!7N, kr5 'ün'
z,z:ähi:5e Jubiläum un-et:s ?!ez-,-mentZ,
da mußt cd bei der
Auifübrung als Balletteuse er'elnez.
Ich soll mir dabei ehr 'chne'.d!' denzm-
nun haben, und da lußen c.:ch :e Herrin , Wchlbrück war der Ann
Oilmals schon haue Fr, tz B'cktc::n i'ei- sprach: Wie kann die'er Mann etwas
nen Direktor miiändtg't gebeten, ibm VernüntüzeZ und Ehr'ies hetoorbrin-
koch auch einmal eine, wenn auch nur
kleine, seitlich: Roll: attiuoertrcaen,
mT.n jedoch hatte er einen 'ttro" ableh
nentiit Be'chlid ethalten: enn Direktor
gen, der mit nur in leinen! 'netn,
Widern auch au! Un.r. S.-t'e !e Lüge
mit sich herr.träz:!" lind ,::':,-.
llbnie n-an d-.t ?-r'5!az des Ge-
' Svti ,1ll'M ih
5 V '
2?r.e:ene: (Se",::i.
.Waium lassen Sie nur die Dampf
x seife immer so grell und lange
ertönen, Herr Tiree:or"
Ja sehen Sie das n hall seil
Jah-.en dir einiige Genuß, den
uniere A c I i o n ä r e v.n der F a b 1 1 k
baten, und den möchten wir ihnen nich:
ohne Roih verkümmern!"
Ein 'clz'ani.-s ,.
Die kleine Mimi in bei ihrer Ta:,:e
geladen. Zu Hau'e witd sie roi!.er er
mahnt, artig u sein und um Alles :n
bitten. Die Tanie setzt ibr Packwerk
vor und fordert sie au, sich eüraS ,,i
wählen. Eingedenk der müüe'.iiche:,
Ermahnung erwidert Mim, raick: Ich
iilt' um Ues!"
i-
'itv.er.dar: vllle Ächtung trt X
Waten, Herr Lieuienani!"
Lieutenant: Zii-.d noch nii:
meine strammsten!"