Nebraska Staats-Anzeiger. (Lincoln, Nebraska) 1880-1901, April 06, 1893, Image 1

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    Lincoln, Neb., Donnerstag, 6. April 189:!.
(Unabhängiges Organ für den Staat Rebraska.)
Jahrgang 13. $0. U,
Einigkeit macht stark!
Den Deutschen wird allgemein nachge
seigt, daß sie mehr als jede andere Nutiern
das Slcckcnvftid der Uneinigkeit reiten
lind durch ihren Einfliiß oft sehr zu
ihrem eigenen iachihril schwächen. Es
V liegt viel 201)1 litit in dieser Pehaup-
g, 33ietf llnttnigitit ist woyt noea
wortlich genommen, reegt lyeu,
PermäÄlniK der 30 oder och rnetiv
ibentlere. welche die deutsche Land,
arte, ebenso ,cle Reiche und Reichlein,
bi herab zur Tauniengröjie bezeichnend,
big vor Kurzem noch auswies, .eunep
lund ist, wenigste,' nach außen hin, jetzt
einig und die liMenrleje der Duodez
Sloaterei Hai jetzt nahezu abgewirlh
schaslel, worüber nur uns freuen könnten,
wenn die innere Einigkeit im selben
Grade zugenommen hätte.
Aber da sind ungezählte religiöse und
nicht religiöse, xolilisck e und nicht politi,
sche LebenSanschauunge verirete, und
diese alle suchen sich gegenseitig möglichst
viel Böse zuzufügen; Eine sieht in der
Änderen den Ausbund alle schlechten
und Gemeinen und handelt danach.
Dazu komnitlnun noch die iciidsmaiin
schastliche Michelei, sich größer und besser
als der !!achbar zu düulen. Der Platt,
deutsche diinkt sich hoch erhaben über den
Schwaben, der Berliner über den Leivzi
ger, der Stuttgarter über den Münchener
und umgekehrt 2ie halten sich gegen
eitig ihre Mängel und Schwäche vor,
zanken und prügeln sich herum, und mitl
lcrweile kommt irgend ein schlauer Gau
ner und zieht den blindlings eifernd, n
Micheln da Fell recht gründlich über die
langen Ohren.
Dies saubere Untugend der gegensei
tigen Bekämpsung, dieses schadcnsrohe
Herrunterreiben ist der baumelnde Zops,
Welchen der Deutsche auch als Auöman
derer mit in sein neue Heimathland
schleppt und dadurch nicht nur seinen
Einfluß, sondern auch sein Ansehe bei
j seinen neuen Mitbürgern aufs Unver,
!twortlchste beeint, achtigt und in en
SHmutz zielst.
Nehmen wir z, B, hierzulande nur die
verschiedenen religiösen Selten, wie die
sich gegenseitig da gell zerbläucn und
zum Gaudium de sogenannten Ameri
kanertbunis die schmutzigste Wäsche her
vorsuchen und sich mit größtmöglichem
Spektakel au die erhitzten Köxse weisen
und sich dadurch unsterblich lächerlich
machen.
Dasselbe sollte unter vernünftigen Wen-
schcn nicht der Fall sein, und ganz bcen
ders sollten die Teutschen einer Stadt,
ohne Unterschied ihrer religiösen und
politischen Lebensanjchauungen, diesen
Kamps mit Windmühlenflügeln aufgeben
und sich bestreben, einig zu handeln, denn
nur so können sie sich Einflufz und Achtung
in einem Geme nwesen erringen.
So lange aber die Verkünd der christ
lieben Hebten, der Religion der Nächsten
liebe, di, Priester, selbst hingehen und
von ihren anzetn yerav aeeio, .pag,
Mißgunst und wi?Irocht in die Herze
der Menschen säen, wird auch sie der
Buch dieer schimpflich dumm-rnrjNchlt
V JL'!a öandlunasweise treffen.
7 Kein vernünftiger Mensch, was er auch
immer glauben und denken mag soll
solchen Hetzereien das geringste Gehör
schenken, sondern Jemen ganzen tn,ius,
aufbieten, ta diesem selbstmörderi
schen Handeln energisch entgegentreten
werde.
Wir wollen ober damit keineswegs
gesagt haben, daß man das Gemeine,
Schlechte und Unlautere stillschweigend
entgegennehmen solle, sondern bestehen
nach wie vor daraus, daß man alles
Wahre, Edle und Gute nach Kräften
schirme uud fördere und die Unwahrheit
und Gemeinheit und die geistige und
physische Ausbeutung der Menschen durch
die Menschen, kurzum wo gemeinichgo
.ich und schlecht und inhuman ist, jeder
zeit bekämpje.
Prodirt .
3fe. F. M, kbrout. Paste: der J?i:4e
der 8cr. ruiier !ue !v!ound. ant.
ichrkini: Srntn groieii Ertvlg bitte das
as un?nlael:liche !!e'chen!en I vieler
Licisii'deiZalch' oon Tr. ingi Sie Ii.
romiu gegk Lchm'ndinedi, Jörfaiio!
in dikicm kitdrollk j-f,!'I in sehr tt
seulend 1110 aus fern Aiunie. weil
es eis ejiin un nie eniiäiiichi. vusten
tzikaltana, Sttima, Bronchitis Halsb an
. e und alle Hals' und Lunzen-5tran!i
)fn weroen Ichnell kheilt, Sie tonnen
fiten B'ruch injiten, indem Sie eine
ÄerwtSftiside boler. Ter l-rtif einer
grob n iZliIche ist ti 00 J.tt Fioirfce
ai;C rjciouliet. 3
serkrone, den kaiserliche Initialen und
dem Adler gebildetes Mustek in Gold
und Elsendeinmeih, Der Ring hat
überall die größte Bewunderung gefnn
den, ES wird nicht oft ein so einheit
liche und harmonisches Stück durch die
emiie Berechnnng der ilardei und der
Fornienwirkung, wie sie sich hier in Ring
und Zta leite vereinigt yaoe, ge aaen
werden. Der ideelle Urheber des ganzen
Kunstwerks ist Domkapitular Dr. Fried-
x,ch Schneider i Mainz, der mit dem
Anstrag durch den Oberhosmarfchall des
Kaisers betraut wurde und auch die Aus,
siihrung selbst im Einzelnen anordnete
und beaufsichtigte. Peter Halm in Mün
chen hat mit seinem geistreichen Stift der
schiedeue Entwürfe zu dem Ring gezeich
net. Die Kassette mit Lederschnittarbeit
ist bei Aulbe in Hambuig entstanden.
Für die Goldschmiedindustrie der Stadt
Zranksurt ist es keine geringe Ehre, daß
das kostbare Werk in . dem Atelier der
Hosjuweliere E, Schürrnann & Co, theil
weise unter berathender Assistenz eines
hervorragenden Franksurter Sammlers
und Kenners zu so tadelloser Vollendung
gereist ist.
Kaiser Wilhelm's tschenk.
T,er Rina, welchen der deui'cfte Kaiser
stz Papst Leo XIII. aus Anlaß des
öischotSMditaums hat überreichen lazien.
i von unqewolinticher chcnyeil und
Prachi. 1 Allein schon der wundervoll
Hicicdmäßig geichliffene große Brillint
des Ringes repräfentirt ein kleines Per
mögen. Die Fassung ist im Siyi der
Zeit Friedn'! II. gehalten Der ?S
gcl zeigt aus den beiden Seiten eben
deut Klein den Reichsadler und die Ini:
ticlen des Kaiseis, W. I. R., in die
Ouercchse dai sind die Ehisiern des
Parstes Leo XII l. mit den Gedächtniß
zahlen 143 und lc'j3.iliib bat
Wovpc des päpstlichen Stuhles,
Schlüssel mit Tiara, gestellt. Durch die
Anwendung roldea und grünen tAc'dej
des letzteren für die kiu'gelegten ßm
dlenie) m Verbindung il dem mächtige
Feuer des Steines ist eine iberraschend
lenzende ?arbenwirkuz erhielt worden.
Üng'.audlich reich ist di Durchiilduni
des Details. Der 5iiz felbii rubt i
Vr.ncm mit rciedigruner cets gepolster
ten viereckige, Ka'Ien, auf deii? Teckel
s in Lkkerschnitt mit oi und ftmden
e.,ct)t M Zamilienwavpen des Pabilr
rct zwei Engel getragen zu jed ist,
D Jnnni!c,te des Deckels bedeckt iden:
s2s i, LederZchiitt ei aus bet Kai-
Pfui!
Ein trauriges Ereigniß kommt selten
allein, Kium erhielten wir die Kunde,
daß die Hamburger Polizeibehörde aus
Grund einer uralten Perordnung den
Fackelzug verboten habe, der am Vor
abend de Geburtstages des Altretchs'
kanzlerS veranstaltet werden sollte, als
auch die Nachricht von dem ,, Abschieds
fest" einlief, welches die Franzosen dem
deutschen Journalisten Otto Brandes
sowie feiner Familie gaben.
Die Freunde Bismarck's feierten früher
oft den Geburtstag des Mitbegründers
des Deutschen Reiches in der Eharwoche
mit Pauken und Trompeten. Ob Chor
freitag oder nicht, am Vorabend des Bis
marck'schen Geburtstages war stets ein
Fackelzug zu Ehren dcS großen Staats
mannes erlaubt. Vor dem verhängniß
vollen Märziage de Jayrcs 1890, an
welchem der junge Kaiser den ersten Kanz
ler des Reiche zum Rücktritt zwang,
halte man, wen das Zusammenfallen
einer Bismarck,Feier mit dem Charfrei
tag absolut nicht statthast gewesen wäre,
iclleichi eher die Feier des EharfreitagS,
als die Geburtstagsfeier Bismarck'S der
schoben. In jener Zeit veranstalteten
Anhänger des allmächtigen Reichskanz
lers den Fackelzug und jetzt wollten An
hänger des Eranzlers ihn arrangiren,
und. Bauer, das ist ganz wZs Anderes."
Daß es wesentlich darauf ankommt,
wer handelnd auftritt, lehrt auch die
Ausweisung des Pariser Correfponden.
ten des Berliner Tageblatt', Otto
Brandes. Dutzende von französischen
Blättern deuteten an oder sagten es auch
rund heraus, daß Carnot, der Präsident
der französischen Republik, ebenfalls Pa-nama-Fchmutz
am Leide habe. Earnot
schmieg dazu und die Regierung ließ es
ungeahndet hingehen. Es wurde von
französischen Biäiiern bestimmt behaup
tet, Madame Earnot habe Panamagklder
zu Wohlidäligkeitszwecken" aceeplirt.
Den französischen .Verleumdern" geschah
nichts. Obwohl Er Polizeipräsekt An
drieur es ableugnet, versichern viele Fran
zosen, das X" auf der Reinach'schen Pa
naina-Checkliste rexräsenlire einen hohe
Diplomaten der ein Mitglied der Fa
milie des Präsidenten. Die Franzosen
hören es ruhig an. Franzosen haben
das Privilegium, Franzosen mit Pana
maschmutz zu bcmerfen.
Wie ganz anders gestaltete 'sich di,
Sache, als vas Berliner Tageblatt",
aus franzisischen Quellen schöpsend, mit
theilte, der Prösideiitensvhn Ernest Ear
not sei mit Panama-Geldern bestochen
worden. Ein förmliches Wuthgeheul
ging durch Frankreich ob der Unver
schämtheil des deutschen Blattes, das
nur wiederholte, was dem Präsidenten
söhne von Landsleuen bereits häusig
vorgeworsen worden war. Es wurde die
Ausweisung des Pariser Correspondenten
des Blatte, verfüg!, obwohl derselbe er
sicherte, den betreffenden Bericht gar
nicht geliefert zu haben. Und die Aus
Weisung allein gcnügik noch nicht, es
mußten auch och ,,Abfchedsfeftlichke,
len" veranstaltet werden. Lümmel in
sultirten Herrn Brandes und dessen Ge
mahl,,,, eine aus England stammende
Dame, die sich als Schriftstellerin einen
jiamtn gemacht hat. Ja, die Töchter
des Herr Brandes wurden sogar thät
lich angegriffen. Was ist denn aus der
vielgeruhmlen französischen Galanterie
geworden i Seitens der Behörden ge
,chah übrigens nichts, um dem schwach
vollen Treiben der Menge zu steuern.
Ein Pfui den Franzo'en ! Vom franzö
sischen Standxunlte aus mag es ja etwas
sur sich haben, alle Ausländer und anstän
digen Menschen zu vertreiben, damit die
Franzoen allein bleiben mit ihrem
Schmutze, der Deutschland ist es sich
selbst schuld, dafür zu sorgen, daß die
Austreibung von Deutsche aus Frank
reich mit weniger Rohhcit erfolgt. Es
ist höbe Zeit, daß den Franzosen, denen
während des Panama-Rummels der letzte
Rest von Pernnnjt ja ziemlich abhanden
gekommen zu jem scheint, einmal eine
ernste Sektion über Anstand und Beneh
wen ertheilt wird. Hoffentlich ird sie
deutsehe Regierung durch die Wirren im
Innern nicht derart ii Anspruch genom
inen, um außer Stande zu sein, Herrn
Brande und seiner jfamilte Genugthu
unz zu verschärfen. Der Papst klagt käu
üg: ,.Mi7 fehlt Kismarck!" Wenn
Denrschland sich das Betragen der Fran
zcse, ctnet erjagten deutsche Journali
stensamilie g'genaber gefallen läßt, dann
werden die Bewohn de all Vater
lcnses, wie schon so oft. mit dem Papste
setzen : Uns fehlt Bismarck!"
KijOLi Tal ul : karnilj remtü.
AtautN'Stimmrecht.
Ehret die Frauen, sie flechten and weden
imiiilische Rosen in's irdische Leben ! '
So sang einst unser große deutsche
Barde Schiller, aber damit meinte er d,e
still waltende, ehisame Hausirau. die
Mutter der Kinkel, oder die züchtige
Jungfrau, altdeutsche 211)13 ; keine
Dame a 1 moile, (eine "l(ly," fein
"society ffiil," oder wie man sonst diese
wunderlichen Geschöpfe nennt, die unsere
moderne krankhafte Zeit mit ihrem Hasten
nach Reichthum und Pracht hcrvorge
bracht hat.
Die Verehrung für das weibliche Ge
schlecht ist bei den Völkern germanischen
Stammes feit uralier Zeit lies einqemur
zelt, entgegengesetzt den orientalischen
Völkerschasten, bei denen das Weib als
unrein galt und verachtet für bloße Waare
angesehen wurde Die alten Deutschen
und Skandinavier hatten ihre heiligen
Frauen, ihre Priesterinnen, und wer ein
Weib entehrte, wurde mit den härtesten
Strafen belegt. Tacitus, der älteste
Schriftsteller, der uns Aufschluß giebt
über das Leben und die Sitten unserer
Vorväter, ist voller Bewunderung über
die Züchtigkeit und Anmuth des deutschen
Weibes und strenge Sittenreinheit der
Germanen.
Als später das Christenthum in den
germanischen Landen sich verbreitete, da
waren es die Abkömmlinge jener alten
heidnischen Recken, welche die wunder
liebliche Marienfage schufen, die sich in
den Lehren der ersten orientalischen
Christen nicht findet und welche wohl
die größte Ehrenbezeigung ist, die je
dem weiblichen Geschlechte dargebracht
worden.
Im Mittelaller artete die Frauen
ehrung zu jenem krankhasten Minnedienst
aus, der, abgesehen von seinen hochpoeti
scheu Seiten, zu bedenklichen Ausschrei
tunzen und lächerlichsten Verrücktheiten
führte.
Erst in den beiden letzten Jahrhunder
te gelang c indessen dem weiblichen Ge
schlechte, so eigentlich aus gleiche Stufe
mit dem männlichen zu treten und das
abenteuerreiche achtzehnte Jahrhundert,
mit seiner sittlichen Versumpsung, seiner
Alaino3ereI, seiner Kraftgenialität, sei
nen großen Dichtern und Philosophen
und schließlich mit seinem Weltkrach, den
großen Revolutionen, hüben und drüben,
hat so eigentlich die Emancipation der
grauen geschaffen. Dieselbe aber in's
Unendlier.e zu dehnen, den Unterrock sozu
sagen ganz über die Hose zu stellen, das
ist der letzten Halste unsere Jahrhun
derts vorbehalten geblieben.
Hier in den Per. Staaten wenigstens
hat es den Anschein, als ob es nach und
nach so eine Art Amazonenreich bilden
wird. ,
E ist ja ganz schön und lieblich, daß
man dem weiblichen Geschlechte das Recht
einräun't, gewisse Beschäftigungen und
Gewerbe auszuüben, die bislang nur
dem Manne zukamen ; man kann auch
wohl kauni etwas dagegen sagen, daß die
grau, der ja ein so erheblicher Theil der
Kindererziehung zusällt, das Recht erlangt
hat, auch bei der Wahl der Schul-Direk
tion mitzumiiken, ja selber darin Platz
zu nehmen; wenn man aber so weit geht,
wie neuerdings der Senat der hochmohl
löblichen Legislatur von Minnesota, dann
hört doch, um einen alten Krastausdruck
zu gebrauchen, die Gemüthlichkeit auf.
Diese hohe Körperschaft hat nämlich
allen Ernste mit Majorität beschlossen,
daß hinfort die Frauen und MädeKen
gerade wie die Männer an allen Wahlen
Theil nehmen dürfen und für alle Aem
ter wählbar sind. Im ersten Augen
blick wird nun wohl Mancher sagen : Ja
was ist denn da so Schlimmes d'ran ;
haben wir nicht auch unter den Frauen
Gebildete genug, die wohl im Stande
sind, dieses oder jene Municipal, Taun
th-, Staats u,,d National-Amt zu ver
walten der doch auch nur ihre Stimme
mit Uebcrlegung für den besten Eandida
ten abgeben können i ldemiß I Aber
man bedenke doch nur, was würde aus
unserem ganzen Ehe und Familienleben
werden, wen unsere Frauen und Mäd
chen nachher in alle Eaueuffe, politisch,
Versammlungen etc. lausen, als Hita
toren im Lande herumreisen und den son
stigen Hocuspocus mitmachen, den unfcr
Wahlmodus nothwendig macht. Würde
auch wohl die Frau Bürgermeister, die
grau Polizeidirector, die grau Senator,
die Frau Kabinetsminister etc. Zeit dazu
haben, ihr Lind zu säugen, nach der Ord
nung in Lüche und Reiter zu sehen, oder
auch nur ein paar Worte mit ihrem Gat
ten zu plaudern, wenn er sorgenvoll und
abgespannt ans feinem Geschäfte nach
Husc kommt ?
Unser ganzes gesellschaftliche System
müßte umgewandelt werden ; oder wir
müßten nur Btaustrümxien und einanci
virlen Jungfrauen das Recht zum Stirn
men und Gewähltwerden überlassen
und davor behüte uns der Himmel !
Bis jetzt hat nur der Zenat dieser
Körperschaft die samose Frauenstimm-rechl-Bill
valsirt ; das Haus wird ihr
wohl hoffentlich den Garaus machen.
Pfdt'KiUk.
S. t- ttl'ffarS. New Caffil. W,ken
fU fcbrobi Mit folai: Salcb e bemer
kensmend tceijnii mu cht leiebt er
fltsiea an da fieitnitttl den Mm
ichen von tm Seiesenea empfohlen.
Tader kommt es ed. a mzn d' Etek
tue iSiitki I iel Leb gewendet bat- So
piele Men leb sind ucrriruat, daß sie tue
enen, ! Gebraute de, ,ro,en Al
lerative und luiie in vrlanlen bade.
Wenn Sa ueeb irzea eine Hutn; öe,
vn- cSer ftaimteanfbeit ver Da
leb 01 liaa ebafiet IM. ) leide, bat, so
itS Da t: flnBentium ter &i(tti
? tt'ee ft&nl t) äetttebteruig fifpucea.
twiri H, ,,' w.Tt ia SO inil VI
iIaie ankauft iti j. t. haik?, reibe
ter. j
X(ia.u fkitpr,; t : a:irI Uttlia
Ter grok ThomaS Iefier
sott.
Am Montag feierte man da und dort
den 15V. Geburtstag Thomas Jeffer-
fern i, des uniterdlichen Ver aners der
UnabhänqigkeitSerkläruiig, des große
drillen Präsidenten der Vereinigten Staa
ten. Eigentlich war der Gedenktag frei
lich schon am Sonntag, 2. Aptil,
Neben Washington und granklin ist
Jefferson der größte Ameiikaner des
Zeitalters des Unabhängigkeitskampses ;
und cdenp ruhmvoll ist sei spateres
Wirke.
Seit der Bürget kriegszeit erblaßte
sein Ruhm in lonchen Kreisen, weil man
nun seine entschiedenen Lehren von den
Rechien der Einzelstaaten als Keime der
blutige Secession und Rebellion des
Südens betrachtete.
Jesferson's Staateircchtslehren waren
jedoch zunächst gegen die schändlichen vom
Eongreß gegen 'uslander u. . w. gege
benen Gesetze "alieii and sedition
acta" gerichtet, entsprangen also der
Freiheits- und Menschenliebe. Daß sie
keineswegs auf die Zerreißung der Union
oder auch nur auf die entfernteste Mög
lichkeit einer solchen abzielten, das bewies
Jesserson bald daraus als Präsident der
Ver. Staaten durch sein kraftvolles und
erfolgreiche Einichreilen gegen die Re
bellion Aaron Burr's.
Seine edlen Versuche zur Abickasfung
der Sklaverei sind das Gegentheil von
dem, ,ias spater die rebellischen ivkla
venhalter wollten. Ihm war die Union,
welcher er das ungeheure sranzösich
amerikanische Gebiet beifügte, ein untheil
bares und gewaltiges Reich der Freiheit,
wie er auch zuerst von allen amerikaai
schen Staatsmännern ihr Vordringe
weit hinaus nach Westen ahnte und
anbahnte.
Die demokratische Partei unserer Tage
beansprucht ihn als ihren Vater. Aber
seine ideale Demokratie steht so hoch
über ihr wie über der heutigen republi
kanischen Partei, welche von seiner Par,
tei den Namen hat. Wenn gar wüste
demokratische Demagogen unserer Tage
nch für leine Scbuler ausgeben, so ist
das ebenso unverschämt und unwahr,
wie wenn andererseits etwa Muer und
N livistetl der Jetztzeit ihn, den größten
Gegner oe Beschränkung der persön
lichen Freiheit, den eifrigsten Belämpser
jeder Hemmung der Einwanderung, als
ihren Lehrer hinstellen wollien.
Zr würdigen Feier des Geburtstages
dieses großen Amerikaners geben wir in.
gedrängtem Auszüge die lebenswahre
Schilderung, welche der gelehrteste der
T eutsch-A, erikaner, S t a l l o, von ihm,
zunächst im Hinblick auf den Uuobhän
gigkeitskampf, entwirft:
Die amerikanischen Colonististräul
ten sich anfangs nur gezm Theesteucrn,
Stempelakte und derartige Bagatellen ;
aber sie sträubten sich dagegen im Be
wußtsein des Rechts, und dies wurde der
treibende Keim ihrer späteren reoolutio
nären Thätigkeit. Bor dem 4. Juli
177 blieb man noch immer aus geschicht
lichem Boden. Da ernannte der Con
areß der Colonien das Comite zur Ab
sassung der neuen amerikanischen rnagna
charta, und Thomas Jesserson, das
jüngste Mitglied diese Comites, redi
girte das Programm der künftigen rev
lutionären Bewegung : Die Unabhängig
kcitserklärung. iclt aller historischen
Citate au den Urkunden alt-englilcher
Privilegien schrieb er: Wir halten diese
Wahrheit für selbsteiitleuchtend: Daß alle
Menschen gleichgeboren und mit unver
äußerlichen Rechten begabt sind, worunter
das Leben, die Freiheit und das Streben
nach Glück."
Das war nicht mehr das Murren un
zufriedener Kolonisten, die sich von ihren
Stammksgenosse nicht Überoortheilen
losten wollten; das war ein gründlicher,
tieser Athemzug aus der Brust freier,
selbstbewußter Menschen Das war
nicht mehr der über's Meer gezogene
Nationalgeist, der hier ächt britisch pol
teile, sondern der erste sonore Laut des
Genius der ernuastgemäßen Freiheit.
Der Bannerträger der Freiheit vor
den amerikanischen Reihen war Jesscr
son. Er war es, der die höheren geisti
gen Interessen aller Völker mit in's
Spiel zog und die zur Entscheidung
obschwebenoe Frage aus einer nationalen
in eine prinzipielle übersetzte. Und das
war Jesserson Beruf und seine Bedru
tung : Für Amerika der Dolmetscher der
europäischen Geistesentwicklung zu sein
und mit dem Lichte der philosophischen
Erkenntniß die revolutionären Elemente
der neuen Weit Flammen zu setzen.
In der Persönlichkeit Jesserson lag
gar nichts, was ihn auf den ersten
Blick als den Tröger einer hohen geisti
gen Weihe kenntlich gemacht hätte. Er
war eine gewöhnliche, sogar etwas schlot
ternde Figur, mit einem von röthlichem
Haar beschatteten Antlitz ohne besondere
Würde, das einem hellen, scharfblickenden
Auge seine ganze Anziehung verdankte
Er war weder ein großer Denker, noch
gebot er über da Genie de Feldherrn,
oder über die Gewalt der Rede. Er
war, obwohl der Abkömmling einer Fa
miiie aus dem halbkeliischen Wales, sei,
nem Temperament nach ein Angelsachie,
und verstand, wenn er ihn auch nicht
gerade theilte, den Hang aller Angelsach,
sk zum handgreiflich Praktischen. Nichts
desto weniger hastete fei. Blick nicht
erblindend am Einzelnen, sondern folgte
verwandt den Bahnen des ewigen
Rechte,.
Nach seiner Meinung halle nur das
ei Recht zu bestehen, was sich vor den
Schranken der Vernunft über dies Recht
ausweise konnte. Er rrfttettiili bei
biblische EbraiSmu der Reu-England,
Staate ; er achtete die Ueberzeugungen
Anderer, i wenig er sie auch theilte.
Bi alledem war er, wie Franklm und
Paine, ein sogenannter Ungläubiger, et
De,ft im öinne jener Zeit, ue,d er scheute
sich ich!, diese Ueberzeugungen offen zur
Schau zu tragen. Ei zog das Volk on
sich heran und bildete es zu einer großen
republikanischen Partei, Sein Hirn war
eine läuternde Retorte filc die Freiheit'
Instinkte ferner Zeit, die a!ö helle Ge
danken wieder daraus empoitanchlen und
unmittelbar als Keimt des Glücks sich in
den Boden feines Vaterlandes senkten,
um dann bald als die schönen, natur
wiichsigen Früchte der Religious und
Preßfreiheit, der Redefreiheit, der Volks
erzikhung, der demokratischen gleichen
GerechtigkeiiSpflkgen u s, w, hermi;u
reisen.
Besonders interessant ist Jefserson's
Stellung zu den Eingewundenen. Die
amerikanische Freiheit war ihm das gleich
mäßige Erbe aller vrrnunftgemeihte
Menschen ohne Unterschied der Nation
oder Rasse, Die junge atlantische Welt,
zu deren geistiger Zukunft er den Grund
stein legen half, war ihm nie etwas An,
deres, als der von alle Seiten Zugang
liche Schauplatz des neuen Dramas der
Civilisation, in welchem die Freien jed
eden Ursprungs den Chor bilden und
der Mensch, ohne Rang und Zuthlit,
die Heldenrolle übernehmen sollte.
Er wußte, daß mir armen Kinder
Europa's ein wenigstens ebenso gutes
Vermächtniß an die Freiheit haben, wie
die Abkömmlinge NeuEngland's oder
Virqinien's ; daß unsere Vorsahren, wenn
sie auch nicht auf Bunker Hill gefochten,
doch auf mancher älteren Wahjstatt für
die Gewisiensfreiheit ihr Blut vergossen
und in den Geistesmühen mancher durch
wachten Nacht die Gedanken zu Tage ge
sördert hatten, ihne welche der amerika
nische Unabhängigkeitskrieg schwerlich die
Dämmerungsstunde einer Republik ge
worden wäre.
Der Kaiser von Aam tu.
sitzt, wie indische Blatter schreiben, 200
Frauen, von denen' jede mit ihrer
Dienerschaft ein eigene Ha, das im
Palastgarten liegt, bewohnt. Die
Franeii werden in nenn lassen einqc-
thcilt. und der Kaiser bestimmt, welche
Fra in eine höhere laue versetzt wer
den soll. Täglich haben 3b Frauen
Dienst beim Raiscr, von denen fünf
stets in nächster Umgebung weilen,
während die übrigen 30 die Borgcmächcr
ocwachcn. tirlik etc ctcier -nauett,
so wird ihr Leichnam mittelst Stricken
über die Palasimaucr hinabgelassen und
da beerdigt ; durch das Thor des
Palastc darf leine Leiche weggeschafft
werde, auch nicht die des Rätters,
Nach dcin Tode dcS Kaiser können die
Frauen sich wieder verhciratlie. Bielc
von ihnen bleiben jedoch als Hüterinnen
bei dcr Leiche ihres verstorbene. Ge
bieters zurück.
Ueber die Hinterlassen'
f st) a 1 1 Bleichroders weide ver
schickenk Angaben verbreitet, die tvi
schen 70 und 100 Millionen Mark
Ichwanken. Nach Ausweis dcr dem
Abgcvrdnetcnhaufe vorgelegten amt
lichen Listen war er für das Jahr 1891
92 als reichster. Berliner mit einem
Steuersatz von 88,200 Mark zur 77.
Steuerstufe eingeschätzt, welche einem
Einkommen von mehr als 2,940,ooc
bis einschließlich 3,000,000 Mark ent.
spricht. Mit Höhcrc Steuersätzen
waren nur noch drei Personen in Preu
ßcn eingeschätzt, eine Person im Regie
rungsbezirk Oppeln zur 90. Stufe mit
3? Millionen Einkomme, ferner Roth'
schild zur 97. mit 4 Ilü Millionen und
rupp in Essen zur 128. Stcuerstufk
mit über C Millionen Mark Einkommen.
Schwelt Opfer sind der Stadt
gemeinde Berlin durch den diesjährigen
hatte Winter bis jetzt auferlegt wor
den. Nach dem amtliche Bericht Übet
die Schneeabfuhr sind abgefahren wor
den vom 25. November bis 2. Dezem
ber 1892: 1385 Fuhren Schnee, vom
3. bis 20. Dezember 1892 : 38,573,
dom 30. Dezember 1892 bis 11. Ja
tttar l893: 199,977. zusammen 239,
s.',3 Fuhre Schnee. Die Kosten, welch!
hierdurch verursacht ivorden sind, be
tragen für die Abfuhr de Schutts im
Ganzm 517.21 Mark, für Hilfsarbei,
ter im Ganzen 177,46c Mark, die Gc
sammtausgabe betragt somit 695,08c
Mark. Ter Etat ist dadurch zur Zeit
um -107,088 Mark überschritten.
Als der strengste Winter in
Rnßland seil dein Jahre 1839 wird bet
dicojahrige, genantil. In Tcmsk wies
da Thcrntomclcr eine ganze Woclic
lang 58 Grad unter Zcro aus, jn
1839 machte sich nickt nur int Zarcu
reiche, fcndcr iibcrlianpt in ganz E
ropa fiirchibate Kälte geltend. Dcr
N hciit, die Seine und die Themse wa
rett rcllstiindig ;:,zesrvrc!t. Dcr dics
jahrigc Witttcr l,at insbcsondcre zahl
reiche Opscr unter dcn nach Sibirien
Verbannten gefordert, welche ans dem
Marsche durch die weite S tcppctt er
frercn. Cs wur?c an? dem Grunde der
Gesangetteniransporl nach jenem Lande
bis cu;f Wcitctcs eingefüllt.
Eine , briqincllk" Erfin
dung hat ein Basler Mcclianikcr ge
macll. Das Instrument, eine iilap
pcr aus einem ötückclicn Hol; und zwci
Mctatlfcdcrn mit Blkikügclclien be.
stellend, mach! einen heillosen Spektakel
und wird von der lieben Jugend natur
lich freudig begrüßt werden, falls sich
die dvie Polizei nicht in die Sacke ein
mischt und den bevorstklikuben Berlrtcb
verbietet.
Der Frühling beginnt diesmal
am 20. t. Mis. um 4 Ultr Morgen,
und dauert ungewolittlick lange, i:un
litt) bis zum 22. Juni. Wie tJ f.t::.;!,
wird da ÄriiiMdbr ichr ka anfange,
und gewiß wird es sedr heiß jcklieheii ;
aber vielleicht bekommen wir zwitcken'
durch ad uud zu eine wirkliche Leu
zestag.
2C'f!I(4'f;ei:ai'Pi'Ji
britisch Giiictta it'i:l im Jackso,
Paik unter ciidcrtiii eine Anzahl Gold,
proben in HolMte r Attschaiiiino
bringen. Das Weltausstcllitngs.
Kvtigreßkoiititc plant für diesc S?t,
wer in dcr Gartenstadt eine große Bcr
sammlniig der Tcmpeliitlcl. Di
Firma Hampion & Zons, England,
stellt in Chicago civ,c Ncprodnktto de,
historische,, '-ktlhalli: in Hatficlt
aus, 't5ür fic Farmer, welche dii
?'.ltansstcllung besuchen wollen, sott
ei ksvudcrcö Jnsotmalionsvurcau in
Chicago criicljtct werden. Die Welt
aitsstellttitgs Frattendchörde von Jlli
itoi errichtet im JaefsonPark ein,
Maislüchc, in welcher nr Speise a!!
scncr Frucht bcrcitct wcrde. Für dae
Nestaiiiant im deutsche Dorfc" ans
dem Wettaiisstkllnngsplatzc werdctt die
seinen Tischgedcckc ttttd Silberliesiecke
dc Kaisethofcs" in Berlin ach der
Gartenstadt gesandt. Ans der ap
Kolonie trafen kürzlich i dcr Wunen,
ftadl 23 isten Wolle. 10 Stiften Lttau
ßcneicrschalcn, 8 Misten Mineralien und
70 Kisten Wcitt für die colttmliische
Wcltaitsstcllitng ein. Interessant
dürfte die Angabe sein, daß das Wkll
ausstelltttigsgebict i Chicago 746 Ackct
bedeckt und viermal so groß ist, als dci
Staunt, den die Pariser Wcltaitsslclliitig
im Jahre 1889 einnahm. Die Natto
,tal Association os Oarsmcn und die
American Association of Wheelinc hat
um die Eriaiitn nachgesucht, niotj.
lich dcr Weltausstellnitg im Iackjvn,
Park Tournicrc abhalte und den ie
nein offizielle Medaille verleihen zu
dürfen. Bor dem Kindcrpalast ans
dem Weltausstcllungsplatze soll eine
Fontaine i Gestalt einer Kindersigur
errichtet werden, welche dc durstigen
Passanten ein Glas Wasser nicht.
Was ans hem Becher Übertönst, ist für
Pferde nd Hunde bestimmt. Die
Weltausstellung Damcnbehördc hat
Cirkulare erla stctt, t denen die Fabn
kanten im ganze Lande ersucht werde,
22 Fragen über Fraueiibcschäftignng zu
beantworten. Letztcrc erstrecken sich auf
die Arbeitszeit, Lohne, trike, Arbeiter
Organisation und anderes. llctersen
in chleswig-Volstci beschickt die colnm
bische Weltausstellung mit phoiographi,
schen Ausnahme dcs dorligcn Lchrcrsc,
niinar-Gebändks, sowie mit Cramenar,
bcitcn von Schülern dcr Anstalt, Du
Ccnientsabrik in dcr genannten Stadt
sendet nach Chicago cinc ans !ihon gc
fertigte, mit Rcliesbildcr verzierte Ska
tue, die verschiedenen Arbeiten des Etab
lissements darstellend, I der beut
scheu Gartenbau-Abtheilung der Welt
ausstellung wird unter anderem E, Be-
nary in Ersnrt. Provinz Sachsen, durch
ein 8j Meter lange und 5 Meter hohe
Tableau vertreten sein, das ein Bild bei
Gemüsezucht der berühmten Firma zeigt.
Die königlich bayerische Hofgärtcn-Di'
rcktiou will die Abtheilung mit Plänen
von den Gärten dcr jiöuigsschlössct
Liudcrhos, Ncu-Schwaustciii und Her,
rcnchiemsec beschicken. Ein Franzose
Namens öhanipiott wird gelegentlich
der WeltauSstcllnng im Jacksvu-Parl
elektrisches Feuerwerk abbrennen, da er
durch Spielen ans einer vierfachen Äla
viatur hcrvorbritigt. Die Schausteb
lung besteht in einer Huldigung der
Union- und der fremden Staaten, wo
bei die Darsteller abwechselnd in allerlei
Farben erglänzen, sowie in einem
Schlußstück mit elektrische Funken,
Kanonendonner und der Wirkung von
180,000 Glühlampe und 300 Bogen
kmpen. Die Lampengloekcn nd Lam
penbirtikn bestehen an buntem Glase
Mi sind derart gestaltet, daß man bald
blaue, bald rothe, bald ariiue Bilder er
blickt. Da für die Weltausstellung
in Ehicago bestimmte, in der königlichen
Bibliothek zu Kopenhagen sich bcfin
dendk Flatöbnch wird ans einem Kricg-
ächiffc der Union abgeholt und i einem
fsoudcrc Gebäude im Jackson Park
für sich allein ausgestellt. Ein Dozent
dcr Universität in der dänischen Haupt
stadt reist aus Kostcn der antcrikgmschcn
Regierung zur Beaufsichtigung des
Schatzes mit nach der Gartcnstadt.
Da Buch ist mit f 20,000 versichert,
und da zur Ausnahme desselben au
ersehene Gebäude wird Tag und Nacht
von Soldaten bewacht. Erwähnt sei,
iaß da Werk um da Jahr 1370 von
ZLiagnu Thorhallson und Ion khor
darson, zwei Pricstcrn ans dcr Jnscl
jlatö im Bredcsjord. vcrsaßl wurde und
norwegische und isländische Tagen ntt
hält. Unter den letzteren befindet sich
die Erzählung von Erik dem Rothen,
der um da Jahr 98 Grönland ent
deckte, sowie Lcif dem Glücklichen, dem
Sohne Ertkü. welcher zuerst das söge
nannte Wcinland, da" beutige Nord
amerika, auffand.
Weinlrinkendk Schulki.
der. Im Jahresberichte dc Jmner',
sckc Kinderfpilal in Bern für da?
Jahr 1889 (Bern 1890) hat der Pvscs
sor Deinnte ein Interessantes Experiment
deiösscutlicht über die Wirkung dc Wei
es in schr üßiger Darreichung bei
Eckulkindcr. C wurden mehrere ge
sunde. zcl,n bis fiiifzelijcil,rige Schul
kmdcr mehrere Monate lang (bei glei
chcr Berücksichiignng von warmer und
kailer Jabreszeit) zuerst ganz ohne alko
holiscke Getränke und dann mit maßi
gen Weingadkn (ei drittel Wat leich
ten Weine bei dc jüngeren, ei Kalbe
Glas bei den ältere je zum Mittag
und Adenoeiik mit Z'.iasscr vermischt ,
verpflegt, x. er konstante Erfolg war.
daß walircnd der Zeit, da sie Wem gr
"en. die idcr ifr'rfriT. ireiii'kr
t:. .:. ..l'Uut, weniger iciiiuiiraiit uui j
einte nertoter waren ai zur Zeit der
völligen Alkoholentdalkung. Bei eine
der leinen w ssäar die Nervosität so
ausfällig im vergleich zur Entlultung.
per-ode, bß da Erperiment bei ihm
utetbroche wurde.
Tdtt Ctattl.
Irnee Fiü,', de siif, irie nnin so feggt,
Jii't Weeitlishnus har'ii vör An ler leggt,
Gewahren plötzlich, dalt de Ziel
Nich stahn bleev. Walt? Jci'l all tf
loiet,
Da't wi to Hiiiilj litiiot V ' ' jnb'n de Bei
den.
,, ,,Ach ja, nich rauhe, bntt iö eis Lei
den." "
Spien! d'rop de Een und siifz bnbi,
,, ,,Datt twee son nette ,t!erls, aö wi,
De gecin bet in dc Nacht 'iin flööiit,
Hier nich mal sittc blieven kiiönt,
Ahn dalt wi daför wart beschädigt,
Zo Hnns döör e Gardinenpredigt,
De meist so länglich is, dalt man
Peer n're dariuii malen kann.
Segg, sind'! sick sör'n paar l5rtra,Stitnn
Denn nich so'n paar-gemichl'ge Grünn',
De von de Froonslüiid ook wart ehrt i
Du biist ja jünst so schriftgelehrt,
Streng' di mal a !" " ,,Bün all
dabi,"
Berfelt de Anner. ,,Heu mal, wi
Maakl uns 'neu Jux. Te Jnr bestcihi
Darin, datt wi tor Sekerheii
Uns rn Orakel schafft, woran
Kein Sterblicher watt tadeln kann !
Erst recht dc FroonSliiiid ich, Dien
Köter
Schient grad' de richt'ge Schwereiiiither
Für so' Orakel, denn sien Blick,
Bemaik ck eben, hett an tick
So w Aiitikes. Wie geziert
He nah de Ichenne Knackmnst plicrt,
De du da hest. Da paßi. Heur to,
De Knackwust also leggt wi so,
Wi se da is, vör Phhlar ben,
Bersmaht de Köter se n denn
Moöl wi to Huu, glieks, up de Städ ;
Da helpt keen Witz, keen Wedderred ;
Nich mal 'n Siahseidel dröv n dwin
gen.
De Pflicht fünd wi vör allen Dinge
Uns' Frvanölüüd schuldig. Holll in
dessen
De Hund dalt f iir'n gesundes Fressen
Walt ick em wörtlich günnen mngg
Süh denn lnnd de Orakelsprnch :
,,Bliev, klöönl un drinli un sied ver
gneugt ;
Ii hevt Jo'r Schuldigkeit genengt,"
So meen ick ; un ick bün gewiß,
Dalt de Idee nich övel is,
Un dabi steiht son WnN-Oralkl
Beel höhger als en Froonsspektakel
Mit sienen oolen Wieversnack ;
Denn d'rin liggt Bildung n Gesniack,
Noch an de Knenp dat aotolell'n,
Wi fünfl, is mit Respekt to nieü'n,
To albern un kummvhn. So dumm
Sünd wi nich mehr, Kumm Phylar,
kninin !
Smiet du Si nu mal in de Brust
s dait.Orakel mit de Wust."
Hier is se. Kiek mal, watt he kickt,
Woto he se woll erst belickt
Un treckt en Snuut? Watt pruußt be
denn,
Wall schuu so miiinacht he dahen '.
Will he se nich ? Jh, Zapperlot.
Fritt, Satan, sritt ! de Wust is good.
Datt's ja de Wust, mit de dn all
Liebäugelt hest. Segg, büst dn dwall
Un drückst di ? Zappernient, denn
sünd
Wi leevert. Aver segg mal, gründ,
Watt's denn damit passirt? De Huut
Suhl so versmeeit, so bramsig uut.
Hcrjesfes, datt's ja Semv. Siel wann
Segg mal, du Unglückskind, stippt man
Orakelwust in Scmp? Ja, nu
Is All'n verlaaren ! Tfchnnge, du
Büst doch en Theepu't. Welke Hund
Maakl di sien Wissenschaft woll kund,
Sobald he dabi pruußen muH?
Ick gleuv, du holist den Musterputt
För'n Rüük-Flakon. Doch still mal.
still.
He fwänzelt wedder 'ton ; he will
Uns wiesen, datl he den Bescheed
Nich von de Senffibilität
Avhönzig maakt, ook wenn datl bitt,
Recht, Phylar, recht, man weg dann! !
Watt ? nochmals treckst du 'n scheeve
Snuut '
Ne, dummes Beeh, dalt hol 'ck nich uut.
Fegg, mulll du odee nich ? So'n Wust,
Ob mit, ob ohne, mutt ja'n Lust
Für jeden Hund sien, de da sütt,
Da cm damit e,t Ehr' gefchiüt.
Na i Ah ! nu aver happt he to,
Hurrah! bravo bravissimo?
De Wust is 'rünnec, Süh, he lull
Sogar noch uut un düiillich fptickt
füll Wusi-Orakil, datt wi klievt,
Wa ook !v Huu? de Froon-lünd t: .eut.
Ob lern de Tanftmoth öocrkaakt,
Ob se sick zungenfertig malt,
Ja, ob se jem ehr Fäürtang' gar
Torcchtlcggt op dcn Huusaltar
Uns rührt datl nich: w, wcet Be,e)eed.
Hier, hier sitt de Autorität,
Wi en Gebild uut Marmelsteen
Grav'Iätisch vp de Achlerbien
O Wonne. Phylar, daför mußt
Belohnt warn. Kellr,er, ncch en Wi:st!"
HöeZifte ultur.
Nun gibt eS bald k,n neu Gewehi.
(Gefaßt ist daraus ein Jeder,
Und das llalibrr Hai mit mehr
AIs nur fünf Millimeter.
Der Ziugel, aller!,, tü und klein.
Muß boheS Lob gebubre,,;
Fliegt sie dir in den Bcuch hin.
So mist du s kaum vei spüren.
Sie mach: ein LcchleiN nett und rnnd.
Kaum kiiiinit ta Blut geflossen ;
Tu mein'!, du sei ncch ganz gksi nd
Und bist tcch schon eiseboiie.
Leicht ttiit'I tu so fni T-:U:lzi.b
lino qiv l in s vi;.icil
setz- ; .
i rtrfb.T- ßn,f.in:il
l-f süinjemette von nd a
leutilon, Oeiteire ch. Schweiz d
Rußlc d sind scdr ia ttiatl-
tjei, r" ) hüt.